Trumps Chefstratege Bannon verlässt offenbar das Weiße Haus

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Wie im Rausch komponierte Szenen: Der neue Schweizer „Tatort“ zeigt eine Stadt im Ausnahmezustand.

Brave Bürger werden zu Monstern

Tatort-Kritik: "Schmutziger Donnerstag"

Luzern - Faschingstreiben in engen Straßen, Masken, Verkleidungen – das ideale Ambiente für einen (Serien-) Mord. Passend zur Jahreszeit führt Dani Levy im neuen Schweizer „Tatort“ (ARD) mitten hinein in die Luzerner Fas(t)nacht.

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Mit all’ ihren negativen Aspekten wie alkoholbedingte Enthemmung, Sex, Gewalt. „Schmutziger Donnerstag“ – so der Titel der Episode – das ist hier nicht nur die Bezeichnung eines Brauchtums, sondern auch Metapher für die Verwandlung braver Bürger in Monster. Man spürt von der ersten Minute an, dass es Levy und Drehbuchautorin Petra Lüschow in diesem Film auch darum geht, der schweizerischen Gesellschaft die Maske vom Gesicht zu reißen, zu zeigen, dass beispielsweise die weltfremden, spießigen Regeln der Zünfte längst ausgehöhlt sind und sich gnadenlos gegen einzelne Mitglieder richten, deren Existenz vernichten können.

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Doch nicht nur die Entscheidung der „Wächter am Pilatus“, ihren eigenen Zunftmeister wegen seiner familiären Probleme fallen zu lassen wie eine heiße Kartoffel, wirkt ein wenig plakativ und noch dazu platt inszeniert. Auch viele Details der Ermittlungsarbeit rund um den erklärten Faschingsmuffel Reto Flückiger (Stefan Gubser) zeigen, dass Dani Levy im Krimi nicht zuhause ist. Amateurhaft schlecht erzählt er außerdem die Nebenhandlung der lesbischen Liebesgeschichte von Flückigers Assistentin Liz Ritschard (Delia Mayer). So lebt dieser Film vor allem von der gut eingefangenen Atmosphäre des Ausnahmezustands Fas(t)nacht (Kamera: Charlie Koschnick), von wie im Rausch komponierten Szenen, die durchaus zu fesseln vermögen, vom spannenden Finale. Und von der Leistung Peter Zumsteins. Wie dieser Schauspieler als geschasster Zünftler Rache nimmt an den einstigen Bundesbrüdern und dabei nicht nur perfekt kostümiert Polizei und Zuschauer mühelos zum Narren hält, das ist – im Gegensatz zu vielem anderen in diesem „Tatort“ – großes Kino.

Rudolf Ogiermann

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