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Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch).

Neue Kommissare

Tatort-Kritik: So war "Kälter als der Tod" aus Frankfurt

Frankfurt - Tatort-Kritik: So war der Fall "Kälter als der Tod" des Hessischen Rundfunks aus Frankfurt am Sonntagabend.

Sie ist vor allem Psychologin, er Untermieter bei einer transsexuellen Gärtnerin. Und bevor die Arbeit losgehen kann, wird im Kommissariat erst einmal der Tisch abgewischt und ein Telefon besorgt. Es wird eng auf dem „Tatort“-Markt in der ARD, da muss schon ordentlich gesponnen werden, um noch was Neues zu erschaffen.

Der Hessische Rundfunk (HR) hat sich für zwei unverbrauchte Gesichter als Erben von Nina Kunzendorf und Joachim Król entschieden. Margarita Broich und Wolfram Koch geben ihren Ermittlern Anna Janneke und Paul Brix dennoch sofort Profil, zwei patente Typen ohne offensichtliche Macken, die sich gut integrieren in den Fall.

Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, denn „Kälter als der Tod“ ist eine Tragödie von antiker Anmutung und mit reichlich Schusswaffengebrauch. Drehbuchautor Michael Proehl gruppiert um die Hauptfigur der ihrer Identität beraubten Miranda (beeindruckend: Emily Cox) eine Reihe gut gezeichneter Typen, vom Postboten über den Nachbarn der ausgelöschten Familie bis hin zum Chef des neuen Duos – Roeland Wiesnekker jenseits der „Ich-will-Ergebnisse!“-Monotonie. Ein Drehbuch wie ein Roman, ernst und leicht zugleich. Nur der durchgeknallte Arzt Roman Knizkas nervt.

Regisseur Florian Schwarz findet poetische Bilder und schafft so ein Debüt, das sich mit der Elle des klassischen „Wer-war’s-und warum?“-Krimis nicht messen lässt. Muss auch mal sein.

Die Tatort-Teams im Überblick

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Rudolf Ogiermann

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