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Kommissar Borowskik (Axel Milberg) bekommt dieses Mal Amtshilfe aus Schweden.

Tatort-Kritik: Ständig ist irgendwer in Gefahr

München - Wie ein Mankell-Krimi ist die aktuelle Tatort-Folge mit Kommissar Borowski daher gekommen. Erschreckend, spannend und brutal - mit Amtshilfe aus Schweden.

Der coole Hund lebt nicht lange. Man hat ihm ja vom heimischen Sofa aus zugerufen, er solle Verstärkung anfordern – und bloß nicht dem Killer auf die Baustelle folgen. Aber so ist das eben in einem astreinen Thriller, und nichts anderes ist dieser Kieler „Tatort“: Der schwedische Kommissar Enberg (dreckig, selbstgerecht, überzeugend: Magnus Krepper) landet erst im Fangnetz des Mörders und wird dann von Eisenstangen aufgespießt. Das sieht der Zuschauer zwar nicht, aber das Bild ist sofort da.

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In „Borowski und der coole Hund“ spielt Regisseur Christian Alvart so oft es nur geht mit dem, was er selbst treffend den „Horror im Kopf“ nennt. Das freilich kann er nur, weil der schwedische Starautor Henning Mankell ihm eine ausgezeichnete Vorlage geliefert hat. Dessen Handschrift ist diesmal in jeder Sekunde zu sehen: Der Fall ist brutal und blutig, er hat mit dem ausschweifenden Sexualleben einer psychisch gestörten Frau zu tun – und das Motiv des Serientäters ist ein ganz simples: Eifersucht. Mehr braucht es nicht.

Die vorherige „Tatort“-Episode aus Kiel, „Borowski und die Frau am Fenster“, hat von einem hervorragenden Drehbuch und einer grandiosen Sibylle Canonica gelebt, diese hier lebt von ihrer Spannung. Ständig ist irgendwer in Gefahr, und im nächsten Schuppen lauert garantiert die nächste Falle. Bei so viel Nervenkitzel fällt auch nicht so ins Gewicht, dass das Buch wie so oft konstruiert wirkt – oder warum braucht es einen Tollwut-Fall in Schweden, um eine enttäuschte Liebe in Deutschland zu erklären? Ach, egal. Mehr davon.

Thierry Backes

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