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So viel Klamauk muss sein: Boerne tanzt Tango mit der Staatsanwältin, Thiel schaut fassungslos zu.

TV-Kritik

Tatort aus Münster: Tangostunden und Fliegenpilze

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Was für ein gelungener „Tatort“ (ARD) aus Münster! Mehr Klamauk? Vor allem gewohnte verbale Schlagkraft. Lesen Sie hier unsere Kritik:

Man hatte ja – selbst als bekennender Fan – schon etwas Sorge, nachdem Jan Josef Liefers und Axel Prahl vorab angekündigt hatten, dass es diesmal „zwanzig Prozent mehr Klamauk“ geben würde. Dabei ist „Ein Fuß kommt selten allein“ zwar komödiantisch wie immer, doch in Wahrheit nicht schräger als so mancher Fall davor.

Das Autorenduo Stefan Cantz und Jan Hinter vermeidet es, immer neue gedankliche Haken zu schlagen. Und schickt das beliebte Münsteraner Erfolgsquartett Frank Thiel (Prahl), „Alberich“ (Christine Urspruch), Professor Karl-Friedrich Boerne (Liefers) und Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) auf klassische Spurensuche. Da benötigt man nicht Stift und Papier, um noch verfolgen zu können, wer wie was mit wem wo wann getan hat. Der Plot ist immer nachvollziehbar – und dennoch spannend erzählt.

Natürlich ist es wieder mal ein großer Zufall, dass Boerne – so viel Klamauk muss sein – mit Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Grossmann) Tangostunden exakt in der Tanzschule nimmt, aus deren Ensemble eine Tänzerin ermordet wurde. Und dass Thiels „Vadder“ (Claus D. Clausnitzer) ausgerechnet in dem Waldstück Fliegenpilze sammelt, in dem die Leiche liegt. Aber genau das ist ja das Konzept dieses nicht umsonst beliebtesten Ermittlerduos der Reihe. Der Münster-„Tatort“ lebt von seinen teilweise überzeichneten Figuren, deren Privatleben stets irgendwie mit dem aktuellen Fall verbunden ist. Das übrigens eine hübsche Anspielung auf die Klüngeleien, für die die nordrhein-westfälische Stadt bekannt ist.

Meister der Mauschelei ist Dr. Winfried Steul. Thomas Heinze spielt ihn mit fiesem Schnauzbart, gegelter Tolle und breitem Lächeln, das von einer Sekunde auf die andere gar nicht mehr so freundlich wirkt. Herrlich, wie sich Boerne vom arroganten Gehabe des Privatmediziners provozieren lässt. Der größere Dorn im Auge ist ihm aber – trotz ihrer Körpergröße – seine Assistentin, die für ihr ehrenamtliches Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik erhält. Er und Staatsanwältin Klemm sitzen bei der Verleihung in der ersten Reihe – „wie die Eltern der Braut“.

Es sind Boerne-Sprüche wie dieser und trockene Kommentare seines Kollegen Thiel, mit denen der Münster-„Tatort“ immer wieder zündet. Da braucht’s keine Explosionen oder actionreiche Verfolgungsjagden. Verbale Schlagfertigkeit ist manchmal so viel spannender. 

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