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Spektakulärer Abgang: Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) in seinem letzten Einsatz als verdeckter Ermittler.

Tatort-Kritik: Unwürdiges Ende

München - "Tatort"-Kommissar Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) ist am Sonntag den Serientod gestorben. Hier lesen Sie die Kritik der Folge.

Ein Mann für die ganz große Masse war er nie. Wann auch immer Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) zu sehen war, der erste verdeckte, der erste türkischstämmige Ermittler im ARD-„Tatort“, schalteten nie neun oder zehn Millionen Zuschauer ein, sondern immer nur sechs oder sieben. Doch die Kritik, sie war Kurtulus stets wohlgesonnen. Sein erster Fall, „Auf der Sonnenseite“ (2008), erhielt einen Grimme-Preis, die Folgen „Häuserkampf“ (2009) und „Der Weg ins Paradies“ (2011), in dem Batu einen islamistischen Anschlag vereitelt, gehören zu den packendsten Fernsehfilmen der letzten Jahre.

Nach nur sechs Folgen geht nun eines der innovativsten „Tatort“-Projekte zu Ende. Leider unwürdig. „Die Ballade von Cenk und Valerie“ ist spannend, keine Frage, und ansprechend inszeniert, mit einer unruhigen Kamera und geschickt platzierten Vorgriffen. Und sie ist mehr Thriller als Kriminalfall, ein Konzept, das die bisherigen Batu-Filme ausgezeichnet hat. Kurtulus ist beängstigend präsent, und endlich hat er in Corinna Harfouch, die eine zur Empathie unfähige Killerin spielt, mal eine Partnerin auf Augenhöhe.

Tatort: Die 18 Ermittler-Teams

Die Ermittler-Teams beim Tatort

Dass der Film dennoch scheitert, liegt an Autor und Regisseur Matthias Glasner, sowie an den Redakteuren Ira Neukirchen und Christian Granderath, die ihm sein gegen Ende hin völlig unglaubwürdiges, teils sogar hirnrissiges Buch abgenommen haben. Unter einem geplanten Mord am Bundeskanzler ging es wohl nicht? Und nicht ohne grotesk überzeichnete Banker, die dessen Tod bestellt haben, um auf fallende Kurse zu wetten? Und nicht ohne ein Attentat aus Liebe?

Schlimmer noch wird es im Detail. Glasner lässt einen einzelnen Polizisten durch einen vergessenen Keller in die von Spezialeinheiten bewachte Handelskammer eindringen, dort den (fast unbewachten) Kanzler finden, und weil das alles noch nicht genug wäre, stürmen Kameraleute eben jenes Gebäude, als der Attentäter, die Waffe am Kopf des Regierungschefs, die Treppe herunterkommt.

Cenk Batu stirbt dann, das ist traurig, weil die Figur die spannendste war, die der „Tatort“ in letzter Zeit zu bieten hatte, gerade für die jungen Zuschauer. Und es ist unbefriedigend, weil man ihm einen schöneren Tod gewünscht hätte, oder sagen wir: einen besser inszenierten.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Von Thierry Backes

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