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Beim Verhör: Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser, l.) und IT-Fachmann Thomas Behrens (Alexander Beyer).

TV-Kritik zu "Verfolgt"

Tatort aus Luzern: Der Realität ganz nah

München - „Alles wird gut“, verspricht Ilka Behrens (Karina Plachetka) ihrer Tochter Mia am Anfang des Tatort aus Luzern. Doch nichts wird gut. Die TV-Kritik zum Schweizer Tatort "Verfolgt".

Zwar können die Schweizer Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) in „Verfolgt“ die Tat aufklären, zufrieden ist man am Ende dennoch nicht.

Der Fall scheint klar: Aus Eifersucht muss Michael Straub (Georg Scharegg) seine untreue Frau erschlagen haben. Dass es doch dicker kommt, ist für den Zuschauer angenehm überraschend. Grund für die Leiche, und für die Toten, die noch folgen, sind Steuerhinterziehung und Spionage – aktueller geht’s nicht. Tobias Ineichen (Regie) und Martin Maurer (Buch) gelingt es, diese beiden Themen zu verknüpfen: Die skrupellosen Geschäftsführer einer Privatbank verhelfen millionenschweren Kunden aus Deutschland zum Steuerbetrug. IT-Spezialist Thomas Behrens (gut: Alexander Beyer) will den eigenen Arbeitgeber verraten, wird von den Mächtigen gejagt. Das Bild wackelt, hastig schwenkt die Kamera, eine Verfolgungsjagd. Gerade hier beweisen sich Regie und Kamera. Auch als Flückiger mit gezogener Waffe durch den Wald streicht, sorgen Bild und Ton für Gänsehaut: die Perspektive ist wunderbar schmal, die Geräusche übernatürlich erschreckend.

Nicht geglückt: die Knackpunkte der Geschichte. Die Umstände des Steuerbetrugs sind komplex, sie werden nur ein Mal und in unsäglicher Geschwindigkeit erklärt. Genauso ist es am Ende, überflüssig der ständige Kameraschwenk auf die Tote. Trotzdem: „Verfolgt“ kann punkten, obwohl es zum Verrücktwerden ist: „Die sind mächtiger als wir.“ Wohl aber kommt das der Realität am nächsten.

Infos rund um alle neuen Folgen sowie einen Terminplan finden Sie in unserem großen Tatort-Guide.

Carolin Nuscheler

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