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Den Attentätern auf den Fersen ist Hauptkommissar Andreas Keppler (Martin Wuttke) mit militärischer Unterstützung am Leipziger Flughafen.

Ausgebrannt und pensionsreif

Leipziger „Tatort“ schockt mit Seifenopernniveau

München - Mit einem fulminanten Einstieg hat am Sonntag der Leipziger "Tatort" begonnen. Doch was mit einem Wirbelsturm begann, endet - trotz ambitioniertem Thema - in einem lauen Lüftchen. Die Kritik:

Nein, es ist keine Halluzination, die die beiden Kiffer da haben – vor ihren Augen fängt tatsächlich ein Mensch Feuer und verbrennt. Dramatische Eingangsszene eines Krimis, der vom nächsten Moment an endlose eineinhalb Stunden nur noch vor sich hinkokelt.

Es geht um die Verstrickung des Westens in den Konflikt im fernen Afghanistan, um die Grausamkeit des Krieges, der auch vor Zivilisten nicht Halt macht, um Menschen, die in blindem Hass Gewalt mit Gewalt vergelten. Ein ambitioniertes Thema, das von den Machern dieses Leipziger „Tatort“ aber sinnlos verheizt wird.

Statt Menschen aus Fleisch und Blut erschafft Drehbuchautor Holger Jancke lächerliche Attrappen, die den Zuschauer keine Sekunde für sich einnehmen. Lediglich Kostja Ullmann als Rächer Arian und Haley Louise Jones als trauernde Freundin des Verbrannten gelingt es, ihren Figuren zumindest ein bisschen Profil zu geben.

Der Rest hat Seifenopernniveau, vom zwielichtigen Sonderermittler (Anatole Taubman) über die liebestolle Professorin (Margrit Sartorius) bis zum, natürlich, chauvinistischen Hausmeister (Fritz Roth). Und auch ein großer Name wie Sylvester Groth (er spielt den traurigen Kriegsprofiteur Norbert Müller) garantiert noch nicht für Qualität, wenn er von der Regie (Thomas Jahn) allein gelassen wird.

Kommissare beim Kultkrimi "Tatort"

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

In diesem Film voller schlechter Dialoge und uninspirierter Szenen (es beginnt mit dem Scharmützel am Leipziger Flughafen und wird danach kontinuierlich schlimmer) können auch die Kommissare kein Feuer entfachen. Simone Thomalla und Martin Wuttke als Ermittlerduo Saalfeld und Keppler wirken ausgebrannt und pensionsreif. So dick kann die „Tüte“ gar nicht sein, als dass es gelänge, sich diesen „Tatort“ schön zu rauchen

Rudolf Ogiermann

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