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"Freunde bis in den Tod", der "Tatort" aus Ludwigshafen

"Freunde bis in den Tod"

Tatort-Kritik: Von Buch und Regie alleingelassen

Ludwigshafen - Das heikle Thema des Ludwigshafener "Tatort" am Sonntag: Der geplante Amoklauf an einer Schule. Doch die Folge "Freunde bis in den Tod" hatte eklatante Schwächen. Eine Kritik:

Filme, in deren Mittelpunkt Jugendliche stehen, sind riskante Projekte. Es gilt, die authentische Lebenssituation und Sprache zu treffen – und da liegt man schnell einmal daneben. Harald Göckeritz (Buch) und Nicolai Rohde (Regie) haben die drei Schüler, um die es in der ARD-„Tatort“-Folge „Freunde bis in den Tod geht“, komplett aus ihrem schulischen Umfeld heraus isoliert – ein fataler Fehler, denn erst die Interaktion mit Lehrern und vor allem Klassenkameraden macht bestimmte Verhaltensweisen plausibel.

Manu (Joel Basman) und Julia (Leonie Benesch) sowie Mordopfer Ron (Rick Okon), das nur in wenigen Rückblenden ein Gesicht erhält, agieren bei Göckeritz und Rohde jedoch in einer ganz und gar unbelebten Welt, in der es nur einen Lehrer (Anian Zollner) zu geben scheint und auch die betroffenen Elternpaare merkwürdig blass bleiben. Das alles macht es dem Zuschauer schwer, nachzuvollziehen, dass der Computerfreak Ron nichts weniger als einen Amoklauf an seiner Schule plante, und dass Manu – sozusagen als letzten Freundschaftsdienst – diesen in die Tat umsetzen will. Warum eigentlich das Ganze?, fragt man sich. Die jungen Darsteller mühen sich redlich, ihr kompliziertes Beziehungsgeflecht glaubhaft zu machen, doch Buch und Regie lassen sie dabei allein.

Obendrein vernachlässigen Göckeritz und Rohde die kriminalistische Seite dieses Falls. Das Motiv für den Mord an Ron wirkt weit hergeholt, Details der Emittlungsarbeit wie die zufällige Entdeckung des Ortes, an dem der Schüler Schießen übte, schlicht lächerlich. Allzu papieren müssen die Kommissare sich dauernd über den Stand der Dinge austauschen. Man merkt Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal und Andreas Hoppe alias Mario Kopper irgendwie an, dass sie mit nicht viel Lust diesen Job erledigt haben.

Rudolf Ogiermann

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