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LKA-Beamtin Johanna Stern (Lisa Bitter, r.) und Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) konfrontieren Joseph und Valerie Sattler (Peter Sattmann und Suzanne von Borsody) mit dem Ablauf des Mordes, so wie Johanna ihn minutiös rekonstruiert hat - eine Szene aus "Roomservice".

Kein gut gebauter Politthriller

Holzhammer bevorzugt: "Tatort" trivial und uninspiriert

München - Ein Fall wie der von Dominique Strauss-Kahn? Wenn ein solches Thema im Ludwigshafener "Tatort" aufgegriffen wird, dann kommt alles andere als ein gut gebauter Politthriller raus. Denn: Die Drehbuchautoren bevorzugen den Holzhammer.

Ein hoher Politiker, der sexuelle Abenteuer sucht und sich dadurch erpressbar macht, eine öffentliche Person also, deren Schicksal extrem abhängig ist von der öffentlichen Meinung – eigentlich ein äußerst dankbares Sujet für einen Krimi.

Beispiele wie den Fall des Dominique Strauss-Kahn gibt es ja genug. Wenn allerdings die Macher des Ludwigshafener „Tatort“ (ARD) ein solches Thema in die Hände bekommen, kann man schon fast sicher sein, dass alles andere als ein gut gebauter Politthriller dabei herauskommt.

Die Drehbuchautoren Stefan Dähnert und Patrick Brunken mögen es nicht subtil, sie bevorzugen den Holzhammer. Sie liefern in „Roomservice“ eine Brüsseler Größe (Peter Sattmann), die, obwohl schon stark unter Druck, selbst bei einer Ermittlerin das Grabschen nicht lassen kann, und eine Frau (Suzanne von Borsody), die die Eskapaden ihres Mannes nur erträgt, weil sie von seinem Kampf für – kein Witz – die Frauenquote persönlich profitiert. Außerdem – darf auch nie fehlen in einem solchen Film – die Karikatur der Karikatur eines Pressefritzen (Jürgen Rissmann), ein Penner im Geländewagen, Paparazzo und „Politjournalist“ in einer Person.

Dähnert und Brunken reichern ihre krude Story mit allerlei (Streit-)Gesprächen und Scharmützeln zwischen Frauen an, zu verstehen wohl als Diskussionsbeitrag zur Frage, inwieweit Gesetze und Verordnungen die (Arbeits-)Welt besser und humaner machen können. Aus diesen Brocken muss Tim Trageser einen Film basteln, bei dem außer dem finalen Selbstmord nicht viel überrascht. Die Charaktere – von der Schwester des Mordopfers bis zum Hoteldirektor – sind trivial, die Kamera (Michael Merkel) uninspiriert, dafür wundert man sich, wie leicht hier Freund und Feind an Politiker herankommen. Kein Bodyguard, nirgends.

Und mitten drin Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal, wie immer in letzter Zeit (dauer-)verwundet und verhärmt, eine Figur so ramponiert wie inzwischen der Ludwigshafener „Tatort“ insgesamt.

Rudolf Ogiermann

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