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Szene aus dem ARD-"Tatort" "Kleine Prinzen".

TV-Kritik zu "Kleine Prinzen"

"Tatort" aus Luzern: Mutlos, spannungslos

Eine junge Schweizerin und ein junger Araber, Söhne und Töchter reicher Eltern auf dem Eliteinternat, Dealer, Müßiggänger und übermüdete Lastwagenfahrer – in „Kleine Prinzen“ hätte alles drinstecken können, was einen guten Krimi ausmacht - hätte. Die TV-Kritik.

Der jüngste „Tatort“ (ARD) aus Luzern hätte alles gehabt, was man für einen spannenden und brisanten Krimi braucht - gerade vor dem Hintergrund des jüngsten schweizerischen Volksentscheids über die Abschiebung kriminell gewordener Ausländer. Doch die Macher täuschen Brisanz nur vor, sie gehen konsequent jedem Risiko aus dem Weg, erzählerisch wie filmisch.

Vor eineinhalb Jahren hatte sich bereits Regisseur Rainer Kaufmann für den Münchner „Tatort“ mit dem Titel „Der Wüstensohn“ dem Thema Rechtsfreier Raum durch Diplomatenstatus gewidmet, sein Film geriet dank sehr guter darstellerischer Leistungen zum beeindruckenden Porträt eines jungen Machos im goldenen Käfig, Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec als Münchner Kommissarsduo Leitmayr und Batic spielten virtuos die Ohnmacht der Kriminaler angesichts der Protektion von ganz oben.

Das Luzerner Duo Reto Flückiger und Liz Ritschard (Stefan Gubser und Delia Mayer) strengt sich dagegen schrecklich an, seinen Einsatz für die Durchsetzung des Rechts glaubhaft zu machen, vor allem Gubsers Empörung, sein Kampf gegen die Windmühlen der „nationalen Interessen“ klingt zunehmend schrill. Psychologie ist nicht die Stärke von Drehbuchautor Stefan Brunner und Regisseur Markus Welter, die Beziehung zwischen den Brüdern Ali (Nadim Jarrar) und Fad (Hassan Akkouch) bleibt im Dunkeln, dabei wäre sie für das Verständnis dieser verhängnisvollen Affäre zwischen Angehörigen so unterschiedlicher Kulturen absolut notwendig.

Auch die anderen Figuren wirken hölzern, vom trauernden Vater des Mordopfers (Luc Veit) über den Ex-Freund Tom (Flurin Giger) bis zur „besten Freundin“ Swantje (Julia Sewing). Welters Regie lässt die Schauspieler im Stich, und sie bedient sich darüber hinaus allzu abgedroschener, schon so oft gesehener Elemente wie dem Geständnis des Täters vor gezogener Waffe.

So ist das Mutigste an diesem mutlosen, spannungslosen Krimi das immer wieder dazwischengeschnittene Handyvideo mit dem späteren Mordopfer (überaus präsent: Ella Rumpf Capron), das zeigt, was aus diesem „Tatort“ hätte werden können, wenn die Macher ein bisschen mehr riskiert hätten. Rudolf Ogiermann

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