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Die Schauspieler Udo Wachtveitl (l) und Miroslav Nemec.

Münchens bekanntes Ermittler-Team

Alles, was Sie zu den "Tatort"-Kommissaren Batic und Leitmayr wissen müssen

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München - In diesem Jahr feiern die Münchner Tatort-Kommissare ihr 25-jähriges Jubiläum. Wir verraten Ihnen, was Sie über Franz Leitmayr und Ivo Batic wissen müssen.

Es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken: Bei ihrem 81. Fall "Einmal wirklich sterben", der am 6. Dezember 2015 gesendet wurde, mussten die Münchner "Tatort"-Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr in den Tierpark Hellabrunn. Dort machten sie zum ersten Mal in ihrer fast 25-jährigen Krimi-Karriere Bekanntschaft mit einem Elefanten. "Das sind schon gewaltige Viecher", sagte Udo Wachtveitl, der Franz Leitmayr spielt, über die Begegnung. "Respekt hat man schon. Das ist auch gut so." Sein Kommissar-Kollege Miroslav Nemec, alias Ivo Batic, war ebenfalls beeindruckt. "Ich finde man kriegt schon Respekt, wenn da nichts mehr dazwischen ist. So ein Dickhäuter ist schon imposant", erzählte Nemec von Elefantendame Mangala.

Seit 1991 ermitteln Wachtveitl und Nemec für den BR. Das Ergebnis: 70 Folgen, in denen viel gestritten und am Ende immer der Mörder entdeckt wurde. Batic und Leitmayr sind in der aktuellen "Tatort"-Kommissar-Besetzung jedoch nicht mal auf Platz 1, was die Zeit angeht. Nur Lena Odenthal ist in Ludwigshafen am Rhein seit 1989 zwei Jahre länger dabei.

Trotzdem haben die beiden Kommissare viel erlebt. Gleich im allerersten "Tatort", der am 1. Januar 1991 ausgestrahlt wurde, sind die für die Münchner Kommissare typisch Frauengeschichten einer der Themen. Im Fall "Animals" spielt eine Jugendfreundin von Batic eine große Rolle - eine Tierschützerin wird von einem abgerichteten Kampfhund umgebracht.

"Tatort"-München: So tickt Kommissar Franz Leitmayr

Udo Wachtveitl spielt mit Franz Leitmayr einen waschechten Münchner, der in kleinen Verhältnissen aufgewachsen ist. Er ist am 7. November 1958 geboren und ist dank seiner Erziehung bodenständig geblieben. Meist ermittelt er auf eigene Faust und bringt sich dadurch in prekäre Situationen. Auch das war bereits beim Debüt der Fall. Insgesamt schnüffelt Leitmayr mit Köpfchen, vertraut seiner Intuition und folgt damit gelegentlich auch andere Spuren als sein Kollege, aber das verhindert nie den kriminalistischen Erfolg. Eine Art "Running Gag" ist, dass sich Leitmayr gerne in Frauen verguckt, die zumindest in den potenziellen Kreis der Tatverdächtigen fallen. So beispielsweise beim Wiesn-"Tatort" im Jahr 2015. Insgesamt bandelt er öfter in den Fällen mit weiblichen Darstellerinnen an als sein Kollege.

"Tatort"-München: So tickt Kommissar Ivo Batic

Kriminalhauptkommissar Ivo Batic ist am 26. Juni 1954 in Vukovar in Kroatien geboren und wird von Miroslav Nemec gespielt. Aufgrund seiner Herkunft hat er sein Gespür für soziale Randgruppen bewahrt und kann besonders Ausländerhass nicht ertragen. Hin und wieder geht sein mediterranes Temperament mit ihm durch. Die impulsive Art verhindert manchmal eine kühle Recherche, aber dafür ist schließlich sein Partner Leitmayr da. Zwischen den beiden kann es deshalb richtig knallen. Bezeichnend ist es deshalb, dass sich beide trotz heftiger Auseinandersetzungen am Ende immer auf den anderen verlassen können. Batic hat zwar hin und wieder ein paar Flirts, aber auch für ihn gibt es keine feste Freundin. "Die Redakteurin, die Batic und Leitmayr erfunden hat, sagte einmal zu uns: 'Jungs, ihr seid die Projektionsfläche für die Zuschauerinnen, also: keine Freundinnen!' Dabei bleibt's", verriet Batic-Darsteller Nemec in der HNA.

"Tatort"-München: Das zeichnet Udo Wachtveitl aus

So charakterlich verschieden die beiden ihre Figuren darstellen, äußerlich nähern sie sich an. Die wilde graue Mähne hat sich bei Wachtveitl (Jahrgang 1958) im Laufe der Jahre der von Nemec fast angepasst. Für den Schauspieler ist es wichtig, dass ein Tatort viele regionale Merkmale haben muss. "Die Regionen sollen kenntlich werden und sich am Sonntagabend republikweit darstellen. Das war ja die Geburtsidee beim Tatort", sagte Wachtveitl zur Huffington Post. Wenn man künftig die Tatorte aus unterschiedlichen Städten nicht mehr unterscheiden könne, werde es bedenklich, findet er.

Er selbst hat eine gewisse Verbundenheit zu München. Neben Gesundheit steht Humor an oberster Priorität. Im "Tatort" kann es ihm manchmal zu viel werden. "Ich habe auch den Eindruck, dass es da und dort manchmal gar nicht mehr um die Themen geht, sondern der "Tatort" eher zum "Krimilantenstadl" wird", sagte Wachtveitl mal in einem Interview mit der Abendzeitung.

Ähnlich wie im Wiesn-Tatort im Jahr 2015 ist der Schauspieler kein großer Wiesn-Fan. "Ich habe zehn Jahre in der Nähe der Wiesn gewohnt und bin ab und zu am Wochenende um Mitternacht herum über die Wiesn gegangen", erinnert er sich im BR. "Ein apokalyptisches Schlachtfeld, Scherben, völlig enthemmte, vertierte Menschen, der Boden voller Glassplitter, Dreck, Essensresten und anderen Dingen, die man lieber nicht so genau inspiziert hat. Werd ich nicht vergessen. Der Mensch, wie er halt auch manchmal ist, wurde kenntlich."

Obwohl er einen kleinen Schuhtick hat, ist Wachtveitl nicht eitel. "Wenn Sie sehen würden, wie ich oft durch die Stadt gehe, kämen Sie nicht auf die Idee, mich für eitel zu halten", sagte er zur WAZ. "Was Kleidung oder andere Statussymbole betrifft, bin ich überhaupt nicht eitel. Aber, wenn man in der Wahrnehmung anderer nicht vorkommen wollte, wäre man in diesem Beruf auch falsch."

"Tatort"-München: Das zeichnet Miroslav Nemec aus

Nemec ist 1954 in Kroatien geboren und war deshalb einer der ersten Ermittler mit ausländischen Wurzeln. Auf diese Tatsache ist er auch stolz. "Das war wichtig für mich und für meine Landsleute", sagte er in der Huffington Post. "Damit meine ich nicht nur Jugoslawien, sondern auch Türken, Spanier und Griechen. Leute aus der Gastarbeitergeneration. Ich bin in ihren Augen einer von ihnen, der es in Deutschland geschafft hat."

Der Schauspieler studierte Klavier in Salzburg und Schauspiel in Zürich. Im Laufe der Zeit war er auch auf den Münchner Bühnen tätig. Neben seiner Schauspielkarriere tritt er als Sänger, Gitarrist und Keyboarder der Miro Nemec Band auf. Für den Tatort findet er es gefährlich, "wenn man jemanden einfach so sprechen lässt, dass man nichts versteht". Das könne nicht Sinn der Sache sein. "Natürlich muss man Dialekt auch nicht so stark abschleifen, dass er nicht mehr kenntlich ist", urteilt Nemec in einem Interview.

Als Münchner "Tatort"-Kommissar hat er seine ganz eigenen Erlebnisse auf der Wiesn gehabt. "Als wir mit der Band noch in München waren, haben wir mal auf der Wiesn übernachtet, unter den zusammengeklappten Bänken", erinnert er sich beim BR. "Am Morgen kam dann die Polizei mit Hunden. Das ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man morgens aufwacht und erst einmal einer Hundeschnauze entgegenblickt."

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