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Thiel und Boerne zoffen sich mal wieder.

Unsere Vorab-Kritik

Münster-Tatort heute: Bekommt Thiel eine ganz neue Rolle?

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Münster - Natürlich passiert im neuen Tatort aus Münster heute ein Mord. Und natürlich soll der Mörder geschnappt werden. Doch die Aufklärung ist diesmal völlig uninteressant. Viel spannender ist ein unerwarteter Besuch, der eines Abends vor Frank Thiels Tür steht.

Die eigentlich interessanteste Frage in diesem Tatort ist nicht, wer der Täter war. Sondern: Hat Frank Thiel (Axel Prahl) auf einmal eine Tochter? Ein Mädchen mit kobaltblauen Haaren steht eines Tages vor seiner Tür und behauptet genau das, nämlich dass er ihr Vater sei. Sie hält ihm zwei uralte Fotografien unter die Nase, die einen jungen Thiel mit einer unbekannten Frau im Strandurlaub vor mehr als 20 Jahren zeigen - Thiels Sturm- und Drangzeit. Und da soll Leila gezeugt worden sein.

Blöderweise war die Mutter noch mit einem anderen Mann zusammen, im gleichen Urlaub. Es könnte also sein, dass Thiel doch nicht der Vater ist. Natürlich hat Leila irgendwie auch was mit dem aktuellen Fall von Thiel und seinem Kollegen Boerne (Jan Josef Liefers) zu tun, das ist bei den Münsteraner Kollegen ja meistens so. 

Ist Leila Frank Thiels Tochter?

Darum geht‘s: Ein IT-Experte stürzt sich von einem Balkon in den Selbstmord - oder war es vielleicht doch Mord? Denn Alberich (Christine Urspruch) findet schnell heraus: Er war schon tot, bevor er übers Geländer geschmissen wurde. Kurze Zeit später wird zudem ein bekannter Enthüllungsjournalist ermordet, der gerade an einem ganz großen Scoop arbeitete, nämlich einem Skandal in einem Münsteraner Futtermittelbetrieb. Er ist außerdem der zweite Vateranwärter von Thiels möglicher Tochter. Boerne ist gleichzeitig damit beschäftigt, seinen Jagdschein zu machen und das Problem „Mann und Haarausfall“ in den Griff zu bekommen. Dafür lässt er sich ein brandneues Präparat von einer Unternehmerin aus Münster geben und mehrmals in die Haare schmieren. Und die Unternehmerin ist - klar, Zufall - auch dafür verantwortlich, Boerne ohne Probleme durch die praktische Jagdprüfung zu bringen, damit dieser bald in Münsters Wäldern wildern darf.

Boerne macht seinen Jagdschein.

Uff. Ja, genau. Es passiert sehr sehr viel im Tatort aus Münster, der übrigens „Fangschuss“ heißt. Allerdings schaffen es die Macher dennoch, es dann gar nicht so verwirrend darzustellen, wie das bei der Beschreibung scheinen mag. Die Geschichte wird locker erzählt, mit dem üblichen Humor der Münsteraner Kollegen, der sich wieder von völlig politisch inkorrekt (Boerne) über feinsinnig (Alberich) bis doch eher platt (Thiel) zieht. So, wie man sich das wünscht: Nicht zu viel Slapstick, nicht zu viel Klamauk, sondern genau die richtige Mischung zwischen Kriminalfall und Humor.

Alberichs Wortgefechte mit ihrem Chef Boerne sind meist die besten des Tatorts.

Thiels Vielleicht-Tochter ist jedoch der eigentliche Grund, warum sich der neue Tatort aus Münster in jedem Fall lohnt - und warum man sich schnell wünscht, dass sie tatsächlich in diesem Strandurlaub vor mehr als 20 Jahren von dem etwas grummeligen Kommissar gezeugt worden ist. Sie ist schlagfertig, redet die ganze Zeit, sagt immer, was sie denkt, und schafft es dabei locker-flockig, das alteingesessene Münster-Team aufzumischen. Mit Thiel trinkt sie ein paar Feierabendbiere und bei Boerne quartiert sie sich mal eben über Nacht auf der Couch ein. Das können der Kommissar und der Rechtsmediziner, das eingespielte Team, brauchen. 

Unser Fazit: Anschauen, Münster lohnt sich wieder, auch wenn der Fall als solcher kein überragender ist. Aber den Darstellern schaut man trotzdem sehr gerne zu.

Der Münster-Tatort heute in der ARD und in der Mediathek

Der Fall „Fangschuss“ aus Münster läuft am Sonntagabend, 2. April, um 20.15 Uhr im Ersten. Danach können Sie sich den Film 30 Tage in der ARD-Mediathek anschauen

Frühere TV-Kritiken zu Fällen der Tatort- und Polizeiruf-110-Reihe

„Sturm“ (Tatort aus Dortmund) „Borowski und das dunkle Netz“ (Tatort aus Kiel), „Nachtsicht“ (Tatort aus Bremen), „Tanzmariechen“ (Köln-Tatort), „Dünnes Eis“ (Polizeiruf aus Magdeburg), „Der scheidende Schupo“ (Tatort aus Weimar), „Schock“ (Tatort aus Wien), „Wacht am Rhein“ (Köln-Tatort) „Klingelingeling“ (München-Tatort), „Dunkelfeld“ (Berlin-Tatort), „Sumpfgebiete“ (Polizeiruf München), „Es lebe der Tod“ (Wiesbaden-Tatort), „Taxi nach Leipzig“ (Jubiläumstatort, die 1000. Tatort-Folge), „Borowski und das verlorene Mädchen“ (Kiel-Tatort), „Echolot“ (Bremen-Tatort), „Die Wahrheit“ (München-Tatort), „Zahltag“ (Dortmund-Tatort), „Der König der Gosse“ (Dresden-Tatort).

pak

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