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Die Hauptdarsteller des "Tatort" Münster, Axel Prahl (l) als Kommissar Thiel und Jan Josef Liefers als Professor Boerne.

"Mord ist die beste Medizin"

So war der Tatort aus Münster: Die Kritik

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Münster - Der "Tatort" aus Münster hat im Vergleich zu seinen Vorgängern dieses Mal enttäuscht. Der Plot von "Mord ist die beste Medizin" wirkte schlichtweg uninspiriert. Die "Tatort"-Kritik:

Manchmal ist der "Tatort" aus Münster wie einer dieser Besuche bei der Verwandtschaft. Ein irgendwie nettes Wiedersehen mit ein bisschen Geplänkel, gelegentlich sagt der Onkel mit dem penibel rasierten Bart etwas Witziges. Am Ende fängt man an, nach den Autoschlüsseln zu kramen und denkt sich: Passt schon – jetzt ist aber auch gut. So ist es bei Boernes und Thiels neuestem Fall "Mord ist die beste Medizin". Im Film-Geschäft, das versteht sich wohl, klingen Komplimente anders.

Über ein paar skurrile Szenen kam der "Tatort" nicht hinaus

Viel Grund zur Schmeichelei gibt es aber auch nicht. Der Plot um gefälschte Medikamente (Buch: Dorothee Schön) plätschert uninspiriert dahin und wirkt im Grund zu groß für diese kleine, zotige Welt der zwei Fragezeichen-Ermittler. Stimmungszentrum ist mal wieder einzig und alleine Boerne (Jan Josef Liefers), Professor, Snob und diesmal auch Hypochonder. Dass der eingebildete Kranke in einer Klinik ermittelt – natürlich just in jener, in der Arzneimittel gestreckt werden – sorgt zumindest für ein paar skurrile Szenen. Ein verbales Direktduell mit einem Mediziner-Kollegen, den Boerne gekonnt provoziert: "Nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus." Auch sein Zimmernachbar, der Schlager liebende Lockenkopf Uli (Josef Ostendorf), ist Stichwortgeber für ein paar dieser Sprüche, die wie Wachmacher in der lahmen Handlung wirken.

"Tatort" aus Münster war eine Rolle rückwärts

Jan Josef Liefers macht solche Sperenzchen mit links. Ansonsten wirken er und sein Kollege Axel Prahl unterfordert. Das alles ist weit weg von den Möglichkeiten, die sich dem Duo in den beiden Vorgänger-Episoden eröffnet haben. Kaum eine Spur des tiefschwarzen Humors, der "Die chinesische Prinzessin" so bitter machte. Und statt der Groteske aus "Der Hammer", diesen arbeitslosen Rächer in Helden-Cape, ist der Klamauk zurückgekehrt. Also Rolle rückwärts in Münster. Man denkt sich: Passt schon irgendwie. Ist aber auch gut jetzt.

Marcus Mäckler

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