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Schwer getroffen: Chefinspektor Moritz Eisner ( Harald Krassnitzer) liegt mit Kopfschuss in seinem Auto.

Dickköpfiger Chefinspektor Moritz Eisner

So war der Tatort aus Österreich

Stur, sturer, Moritz Eisner. Der „Tatort“-Chefinspektor aus Österreich, gespielt von Harald Krassnitzer , durfte in „Unvergessen“ am Pfingstmontag wieder seinen Dickkopf pflegen:

Eisner kultiviert den Alleingang, schnauzt Kollegin Bibi Fellner ( Adele Neuhauser ) an, prügelt verbal auf eine alte Dame ein. So ist er, und Krassnitzer seit 30 Fällen in seinem Element. Doch Regisseur und Drehbuchautor Sascha Bigler verpasst der bekannten Figur clever eine neue Facette, und macht damit den Fall vielleicht nicht unvergesslich, aber spannend.

Es ist ein ungewöhnlich gutes Drehbuch, das der Sohn von Schauspielerin Christiane Hörbiger für sein „Tatort“-Debüt vorlegt. Erstens, weil die Geschichte nicht konstruiert, nicht aufgesetzt wirkt. Zweitens, weil der 44-Jährige die Gründe und Ursachen des Vergessens sowie den Umgang damit vielschichtig anspricht, beleuchtet und ungewöhnlich mühelos in die Handlung einflicht. Egal ob bewusstes Verdrängen oder unbewusstes Vergessen, egal ob wegen einer Kugel im Kopf, Alzheimer oder Alkohol – er schneidet selbst das Thema Vorurteile und das auf sie folgende eingeschränkte Blickfeld an. Doch eine Wertung erlaubt er sich nicht, die überlässt er dem Zuschauer.

Hinzu kommt die filmische Umsetzung dieser Ideen. Bigler mischt die Realitätsebenen, legt sie nicht nur nebeneinander, sondern gar übereinander. Das ist reizvoll. Der Höhepunkt: Einmal laufen in einer Szene im Haus Regentropfen ins Bild, ein Schnitt, in der nächsten Einstellung steht Eisner draußen. Es schüttet. Wie ist er dorthin gekommen? Weder er noch der Zuschauer wissen es, aufgeklärt werden sie auch nicht.

Eisner traut sich selbst nicht mehr, und Krassnitzer nutzt die Chance zu zeigen, das er mehr als den Sturkopf spielen kann. Dagegen geraten die anderen Darsteller zwar oft ins Hintertreffen, wirken blass und eindimensional. Aber ab und an darf ein „Tatort“ auch nur auf eine Person zugeschnitten sein.

Angelika Mayr

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