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Hat es etwas zu bedeuten, dass Ludwig Wolff (Jürgen Vogel) die Ermittlungen beobachtet?

Kritik zum ARD-Krimi

Tatort aus Ludwigshafen: Rätselhaft ist nur der Titel "LU"

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München - „LU“ – nur der Titel dieses neuen ARD-„Tatort“ aus Ludwigshafen scheint rätselhaft, (fast) alles andere folgt den einfachsten Mustern des Genres. Die Kritik zum Krimi im Ersten. 

Ein Karrierist und ein Lebemann, Drogen, viel Geld und käufliche Liebe – in diesem Krimi ist alles von der ersten Minute an offensichtlich, und wenn nicht die Dialoge schon Bände sprechen, dann sind es diverse Rückblenden und die unvermeidlichen Bilder der Überwachungskameras. Immer und immer wieder werden sie eingespielt.

„LU“ – nur der Titel dieses neuen ARD-„Tatort“ aus Ludwigshafen scheint rätselhaft, (fast) alles andere folgt den einfachsten Mustern des Genres. Es wimmelt von Killern, die alte Rechnungen begleichen oder Zeugen von einst ausschalten wollen, es wird amateurhaft observiert, es gibt Verfolgungsjagden zu Fuß und mit dem Auto, dass es nur so kracht. Doch Ludwigshafen ist „nicht Sodom und Gomorrha, sondern Rheinland-Pfalz“, wie es der von Anfang an sehr verdächtige Nachwuchs-Firmenboss (Christoph Bach) auf den Punkt bringt. Wie wahr!

Und wohl deshalb gibt’s hier zwischen all den gesichtslosen Figuren auch den Revolverhelden mit Herz, von Jürgen Vogel mit einer raffinierten Mischung aus Kälte und Verletzlichkeit gespielt, der einzige Profi unter lauter Laien. Denn das Trio vom Kommissariat führt angestrengt ein oft unfreiwillig komisches Theater auf, das von Folge zu Folge mehr nervt. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) sind in einen Dauerkleinkrieg um die richtige Strategie verstrickt, die dramaturgisch zu keinem Ziel zu führen scheint und noch dazu nicht einmal gut gespielt ist. Der frische Wind, den die Neue hineinbringen sollte, ist nur noch ein laues Lüftchen. Und zwischendrin der lustlose Kopper (Andreas Hoppe).

Man sieht und spürt die Mühe, mit der Regisseur Jobst Christian Oetzmann die schwache Story aufpeppen wollte (Drehbuch: Dagmar Gabler), man hört Jazzmusik und sieht pulsierendes Stadtleben bei Tag und bei Nacht (Kamera: Jürgen Carle) – und auch bei der Kripo scheint’s keinen Feierabend zu geben.

Ingrid van Bergen als alte Puffmutter Charlotte – noch so ein Beispiel, wie putzig, wie klein die Ludwigshafener Fälle geworden sind. Bei einem Satz Charlottes allerdings ist man jäh hellwach: „Frau Kommissarin, wie lange wollen Sie das noch machen?“ 

Rudolf Ogiermann

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