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Bekommen Unterstützung durch die Netzgemeinde: Richy Müller (l.) und Felix Klare, die als Stuttgarter Ermittler Thorsten Lannert und Sebastian Bootz am 26. Mai das zwölfte Mal auf Mörderjagd gehen.

Internetspiel rund um den Kultkrimi

So funktioniert der nächste Mitmach-Tatort

München - Mehr als 40 Jahre lang waren Fans des ARD-Tatort zur Passivität verurteilt, konnten nur privat – daheim auf der Couch, beim Public Viewing oder im Chat – über mögliche Täter und Motive rätseln. Jetzt kommt ein neuer Mitmach-Tatort.

Im vergangenen Jahr hatten die Zuschauer anlässlich eines Falles der Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) erstmals Gelegenheit, via Internet aktiv mitzuermitteln und den Mörder zu finden. Durch den Erfolg ermutigt, plant der Südwestrundfunk (SWR) nun eine zweite Ausgabe von „Tatort plus“. Das meldet das Onlineportal „Meedia“ unter Berufung auf den Sender.

Dem Bericht zufolge wurden die Mitwirkungsmöglichkeiten erweitert. Diesmal können sich die Hobbykommissare schon vor der Ausstrahlung des Falles mit der Geschichte vertraut machen. Sie bekommen darüber hinaus die Chance, durch ihr Spiel selbst Teil eines kommenden „Tatort“ zu werden. Die Folge mit dem Titel „Spiel auf Zeit“, die für den 26. Mai geplant ist, spielt in Stuttgart. Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) sind einem verurteilten Bankräuber auf den Fersen, der bei einem Überfall auf einen Gefangenentransport befreit wurde. Ausgerechnet ein Mithäftling des Flüchtigen bietet den Kommissaren seine Hilfe an – nicht ohne für seine eigene Zukunft eine eigentlich unerfüllbare Forderung zu stellen.

Ulrike Folkerts ermittelte bei der Premiere des „Tatort“-Onlinespiels.

Bereits am 18. Mai beginnt das Internetspiel „Tatort plus“. Die Serverkapazitäten wurden vorsorglich erhöht – im vergangenen Jahr war der SWR-Server unter dem Ansturm der mehr als 100 000 Hobbyermittler (von denen immerhin rund 20 000 den Fall aufklärten) in die Knie gegangen.

Man habe diesmal mehr Zeit zur Vorbereitung gehabt, deshalb werde das Rätsel aus Stuttgart komplexer sein als das aus Ludwigshafen, zitiert „Meedia“ den zuständigen SWR-Redakteur Guido Bülow. Es seien viele Zwischenschritte zu machen, um der Lösung des Falles näherzukommen. Zu Beginn gelte es, ein Verbrechen aufzudecken, das sich im Hintergrund eines Videos ereigne.

Außerhalb des Netzes will der Südwestrundfunk ebenfalls zum Miträtseln animieren, zum Beispiel durch Bierdeckel in „Tatort“-Kneipen, auf denen Hinweise versteckt sind. Auch wer den Krimi im TV nicht gesehen habe, soll mit „Tatort plus“ etwas anfangen können, versprechen die Verantwortlichen.

Mindestens ebenso wichtig dürfte für alle „Tatort“-Zuschauer ohne Internetzugang jedoch die Frage sein, ob sie beim klassischen Krimigenuss am Fernseher noch die Chance auf Durchblick haben. Darüber verrät der Sender nichts, allerdings hatte man alle Skeptiker bereits bei der Premiere vor einem Jahr beruhigt: „Es ist mitnichten so, dass künftig der Mörder im ,Tatort‘ erst via Internet gefunden werden muss.“

Rudolf Ogiermann

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