Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache

Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache
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Ihr Buch wird bereits in der dritten Auflage gedruckt – und Adele Neuhauser ist „ganz schwindelig von diesen Ereignissen“.

Interview mit „Tatort“-Star Adele Neuhauser   

„Tatort“-Star Adele Neuhauser: „Ich habe keine Angst mehr“

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„Weitergehen“ hat sie das erste Kapitel ihrer Autobiografie überschrieben. Das passt zu dieser starken Frau. Adele Neuhauser, die beim Wiener „Tatort“ seit 2010 als Bibi Fellner ermittelt und seit jeher erfolgreich Theater spielt, musste in ihrem Leben viele Hürden meistern – und war oft „mein größter Feind“. So ist auch der Titel ihres Buches, das sie am Montag im Lustspielhaus vorstellt. Aus körperlicher Bewegung zieht die 58-Jährige ihre Kraft.

-Wie viel sind Sie heute schon gegangen?

Zu wenig! Viel zu wenig. Ja, ich brauche das. Doch das ist etwas, was sehr leidet gerade. Ich bin sehr unterversorgt mit Bewegung.

-Woran liegt das?

Weil ich im Zug sitze, bei Lesungen sitze, bei Interviews sitze. Ich sitze permanent.

-Um Ihr Buch vorzustellen. Sie sind sehr offen darin. Hatten Sie keine Angst vor den Leserreaktionen?

Neeein! Ich bin fasziniert, wie viele sagen: „Es ist so mutig, was Sie da alles erzählen!“ Genau das war aber mein Wunsch: Wenn jemand etwas von mir erfahren möchte, kann er das durch das Buch erfahren. Ich habe natürlich sehr darauf geachtet, dass ich den Leser nicht in einen Voyeurismus zwinge und dass ich niemanden beschädige. Zu meinem Ex-Mann habe ich beispielsweise vorher gesagt: „Zoltan, es muss dir klar sein, du bist ein großer Teil in meinem Leben, und ich muss über uns erzählen.“ Und darauf er: „Ja, ja, mach nur, ich stampf’ dann die erste Auflage ein.“ (Lacht.)

-Was hat er zum Ergebnis gesagt?

Dass er beim Lesen sehr viel hat weinen müssen und dass es ihm so gut gefällt, wie ehrlich und schön ich erzähle. Und (mit tiefer Stimme): „Aber so schlimm war’s jetzt auch wieder nicht zwischen uns beiden!“ (Lacht.)

-Mussten Sie selbst auch viel weinen, während Sie es geschrieben haben?

Ja, schon. Zuerst war es ja so, dass ich nicht alleine auf die Idee gekommen bin, eine Autobiografie zu schreiben. Ich wurde immer mal wieder gefragt, aber dachte: Wieso soll ich eine Autobiografie schreiben, was habe ich denn zu erzählen? Dann hatte ich eine kleine Pause, und plötzlich kamen gleich mehrere Verlage auf mich zu. Da habe ich gedacht: Aha, interessant, also muss ich mich doch damit auseinandersetzen. Und dann war es so eine unglaublich heilende, reinigende und beglückende Geschichte, in jeder Beziehung.

-Sie haben es „Ich war mein größter Feind“ genannt – warum?

Ich erzähle auch aus meiner Kindheit und Jugend – bis zum 21. Lebensjahr hatte ich einige Suizidversuche verübt. Aber das alleine ist nicht der Grund, warum ich es so genannt habe. Sondern auch, weil ich mir so lange im Weg gestanden bin und weil ich mich immer wieder so klein gemacht und unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten habe.

-Hat sich das durch das Aufarbeiten geändert?

Durchaus! Ich bin zwar noch immer Perfektionist, aber wenn etwas danebengeht, nehme ich es mir nicht mehr so übel. Es tut mir nur für mein kleines Ich leid, dass ich so lange unter diesen bedrückenden Stimmungen gelitten habe. Ich denke oft: Mein Gott, man müsste den Mut aufbringen, den Menschen um einen herum zu sagen, wie es einem geht. Und nicht den Mut aufbringen, sich selbst Leid anzutun oder womöglich wirklich das Leben zu nehmen.

-Das scheint die Leser zu berühren, der Erstling ist bereits in der dritten Auflage.

Wahnsinn, oder? Es ist so aufregend, so schön, ich bin ganz schwindelig von diesen Ereignissen! Ich hatte das Schreiben tatsächlich als Chance genutzt, mein Leben Revue passieren zu lassen. Und festzustellen, mit welcher Energie ich aufgeladen bin. Mit positiver, heller Energie. Das hatte ich nicht gewusst.

-Eine Energie, die auch die Bibi hat. In ihr steckt viel von Ihnen, oder?

Wir ähneln uns. Ich verstehe ihre Ausweglosigkeit, das Abrutschen in die Alkoholsucht. Weil sie ihren Job nicht nur als Job macht, sondern ihr geht alles irre nah. Das ist liebenswert, aber es ist auch unprofessionell. Denn sie wird dadurch unberechenbar. Das macht sie ein bissel gefährlich, für sie und für ihre Kollegen. Ulli Bree hat mir die Figur auf den Leib geschrieben.

-Was für eine Ehre!

Ja, es ist toll. Und ich würde mir wirklich wünschen – ich bin nicht müde, es zu sagen –, dass es mehr dieser Frauenfiguren auf dem Bildschirm gäbe. Alle sehnen wir uns danach. Nicht nur Frauen interessanterweise, auch männliche Zuschauer.

-Schön ist: Diese Stärke wirkt nie aufgesetzt.

Stimmt. Bibi ist die erste greifbare Figur, die ich bis dato gespielt habe. Ich musste mich mehr meiner Geschichte bedienen. Es ist irgendwie deckungsgleicher.

-Ist es schwieriger, wenn einem die Figur so nahe ist?

Ich dachte immer, es wäre schwieriger, denn da bist du ungeschützt. Nur habe ich gemerkt: Ich habe keine Angst mehr davor, ungeschützt zu sein.

Adele Neuhauser:

„Ich war mein größter Feind“. Brandstätter, 215 S.; 21,90 Euro. Die Autorin stellt ihr Buch am Montag, 20. November, um 20 Uhr im Lustspielhaus vor. Karten an der Abendkasse.

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