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Interview im Augustiner: Axel Prahl mit Redakteurin Stefanie Thyssen.

Der „Tatort“-Star und Musiker im Interview

„Tatort“-Star Axel Prahl über Liefers: „Es war Liebe auf den ersten Blick“

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Jeder kennt ihn aus dem „Münster“-Tatort: Axel Prahl alias Kommissar Thiel. Wir haben den Schauspieler und Musiker auf eine Mass getroffen. Er erzählt uns viel über Musik und auch Jan Josef Liefers.

München - Der Taxifahrer freut sich: „Ich habe Sie doch erst gestern im Tatort gesehen!“ Der Kellner im Augustiner ist happy, dass wir uns an seinen Tisch setzen. Zahlreiche Gäste im Biergarten schauen sich um, ­tuscheln kurz und fragen dann nach einem Selfie. Und Axel Prahl? Ist zu allen hinreißend freundlich, geduldig, nahbar, kurz: ohne Allüren. Der 57-Jährige tourt derzeit als Musiker durch Bayern, morgen spielt er in München. Im Interview spricht er über Musik, Abende am Lagerfeuer und den Tatort.

Herr Prahl, haben Sie schon den Wetterbericht für Donnerstagabend gecheckt?

Axel Prahl: Ja, habe ich. Ich hoffe sehr, der Wettergott meint es diesmal gut mit uns…

Bei Ihrem letzten Konzert im Brunnenhof hat es wie aus ­Kübeln geschüttet.

Prahl: Ich erinnere mich… (lacht). Aber das Tolle war – und das werde ich den Münchnern nie vergessen – dass die, die da waren, bis zum Schluss geblieben sind. Allein schon deswegen haben wir alle in diesem Jahr gutes Wetter verdient.

Es ist gar nicht so leicht, Ihre Musik einem Genre zuzuordnen. Wie würden Sie beschreiben, was die Konzertbesucher erwartet?

Prahl: Da sind Chansons dabei, Singer-Songwriter-Stücke, Rock und Pop. Zu Beginn des Konzertes spielen wir auch zwei, drei Coversongs. Und ich habe einige neue, eigene Kompositionen dabei. Bin gespannt, wie sie dem Münchner Publikum gefallen.

Sie machen schon länger Musik, als dass Sie als Schauspieler arbeiten. Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Prahl: Meine Mutter war sehr musikalisch, von ihr habe ich womöglich das Talent geerbt. Ich habe dann mit Kirchenmusik angefangen, bin über den klassischen Bereich zum Modernen gekommen. Fürs Lagerfeuer habe ich mir dann Cat Stevens und solche ­Sache draufgeschafft.

Um die Mädels zu beein­drucken?

Prahl: Ja klar! Das Problem war nur: Als ich dann irgendwann spielen konnte, saßen die Mädels am Feuer, knutschten mit meinen Kumpels rum und freuten sich, dass ich die Musik dazu machte nach dem Motto: Axel, spiel doch noch einen.

Jan Josef Liefers und Axel Prahl bei Dreharbeiten für den Tatort Münster.

Wieso haben Sie Ihre erste CD erst vor ein paar Jahren aufgenommen?

Prahl: Ein Debüt mit 51 – das muss man auch erst mal schaffen, oder? (lacht). Ich wollte mir im fortgeschrittenen Lebensalter meinen Jugendtraum verwirklichen: eine eigene Langspielplatte mit Liedern, die ich selbst komponiert und geschrieben habe. Mit meinem Namen drauf. Und weil das gut ankam und wir immer mehr Konzerte spielen durften, ist die Musik mittlerweile ein echter separater Berufszweig geworden. Neben der Schauspielerei.

Gutes Stichwort, wir müssen natürlich über den „Tatort“ ­reden. Was macht diese Arbeit für Sie ganz persönlich aus?

Prahl: Ich weiß, dass ich dem Tatort ganz viel zu verdanken habe. Und ich glaube, dass sich viele Leute mit diesem Team – es sind ja nicht nur Jan Josef Liefers und ich – identifizieren. Das ist wichtig. Apropos Team: Wenn zum Beispiel Vaddern alias Claus Dieter Clausnitzer sagt, er will nicht mehr – was er Gottlob nicht tut –, dann würde das den Tatort Münster total verändern. Der Cast aus Jan Josef Liefers, Christine Urspruch, Friederike Kempter, Mechthild Großmann, Claus Dieter Clausnitzer und mir ist meiner Meinung nach ein ganz wesentliches Kernstück des ­Tatort Münster.

Sie und Jan Josef Liefers wirken – auch abseits des „Tatorts“ – wie Seelenverwandte. Sind Sie schon lange befreundet?

Prahl: Es kommt mir zwar so vor, aber wir haben uns tatsächlich erst durch den Tatort Münster kennengelernt. Aber da war es Liebe auf den ersten Blick. Wäre ich nicht glücklich verheiratet … Scherz beiseite.

Ist Kommissar Thiel eigentlich die Figur, in der am meisten von Ihnen selbst steckt?

Prahl: Das denken viele. Aber die Antwort ist eindeutig: Nein. Thiel ist beispielsweise komplett unmusikalisch, damit geht’s schon mal los (lacht). Ich trinke – abgesehen von heute hier – eigentlich lieber Wein als Bier, mag die gehobene Küche und verabscheue vor allem die Leute nicht – wie Thiel es tut –, die die gehobene Küche ­mögen. ­Insofern könnten wir verschiedener nicht sein.

Kommen wir zum Schluss noch mal zur Musik. In Ihrem Lied „Schön, dass du da bist“ geht es um Vergänglichkeit und darum, dass einem irgendwann nur die Erinnerung bleibt. Ist das eine Angst, die Sie umtreibt – dass das schöne Leben von heute irgendwann nicht mehr so rundläuft?

Prahl: Glück kann man nicht festhalten. Ich bin jemand, der im Hier und Jetzt lebt. Ich bin der Meinung, wenn man zu gern zurückschaut, kann das hinderlich sein, wenn man sich weiterentwickeln möchte. Außerdem: Alles, was mal war, kann man nicht mehr ändern. Und andersherum: Wenn man zu sehr in die Zukunft schaut, wird die Erwartungshaltung so groß. Und das mag ich auch nicht. Also: Hier und Jetzt!

Am Donnerstag können Sie in live erleben

Als Tatort-Kommissar aus Münster kennen und lieben Axel Prahl Millionen Fernsehzuschauer. Als ­Musiker ist er nicht ganz so bekannt, aber auch eine Wucht! Mit einer ganz eigenen Mischung aus (überraschend sanften) Chansons, Liebesliedern, Pop und Rock tritt er am morgigen Donnerstag um 20 Uhr im Brunnenhof der Residenz auf, im Rahmen des Radeberger Open Air Festivals und gemeinsam mit seinem „Inselorchester“. Tickets gibt es zum Preis zwischen gut 30 und knapp 60 Euro bei muenchenticket.de oder ­unter 089 / 54 81 81 81.

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