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Machtlos gegenüber seinem eigenen Werk: Der von Ken Duken verkörperte Software-Entwickler.

Mit der Flinte gegen den Computer

"Tatort"-Kritik: Subtil mit einem Hauch Science-Fiction

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München - Die Stuttgarter Ermittler gegen Mord und künstliche Intelligenz: "HAL" ist ein erfreulich gut umgesetzter "Tatort" - nur eine Figur zieht die ansonsten gelungene Episode runter: Lesen Sie hier unsere Kritik.

Ein rechnergesteuertes „Sicherheitskonzept“, mit dem sich Straftaten vorhersehen und ergo verhindern lassen – bei dieser Idee bekommt die LKA-Beamtin leuchtende Augen. Es ist dies der Traum von einer Gesellschaft ohne Kriminalität, deren Voraussetzung allerdings die totale Überwachung des Einzelnen ist. Die Suche nach dem Mörder von Escort-Girl Elena (Sophie Pfennigstorf) führt die Stuttgarter „Tatort“-Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) hinein in die Welt von Big Data.

Und zumindest, was die Zukunft des Computers und seiner Möglichkeiten – oder besser Fähigkeiten – angeht, stellt Autor und Regisseur Niki Stein die richtigen Fragen. Warum sollte ein Programm sich nicht selbst optimieren können? Warum sollte künstliche Intelligenz sich nicht irgendwann von ihrem Schöpfer lossagen und gegen die schnöde Abschaltung zur Wehr setzen wollen? Nicht umsonst stand „HAL“, der legendäre Bordcomputer aus Stanley Kubricks Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“ Pate (nicht nur) für den Titel dieser Episode.

Das Zitat geht in Ordnung, die sonst oft so biederen Stuttgarter riskieren erstaunlich – und erfreulich – viel, sie zeigen einen Softwareentwickler (Ken Duken), der am Ende in purer Panik mit der Flinte auf sein Werk schießt, weil es ihm über den Kopf gewachsen ist. Ganz subtil präsentiert dieser Krimi mit einem Hauch Science-Fiction darüber hinaus das Arsenal der Technik, das jetzt schon zum Zweck größtmöglicher Kontrolle eingesetzt wird – von der allgegenwärtigen Kamera bis hin zur Personenidentifizierung durch Biometrie.

Dass die Maschine trickst und (auch die Polizei) täuscht wie ein Verbrecher aus Fleisch und Blut, ist ein interessanter Aspekt in einer Geschichte, in der ausnahmsweise einmal nicht stört, dass alle Tatbeweise dem Zuschauer per Video vorgeführt werden. So ist das nun einmal in einer Zeit, in der fast nichts mehr ungefilmt bleibt. Immerhin darf in „HAL“ daran gezweifelt werden, dass Offensichtliches auch wirklich „echt“ ist.

Am Ende ist es doch ein klassischer Mord aus Eifersucht gewesen – so viel Konvention muss wohl sein. Was dagegen nicht sein muss, ist die Art der Staatsanwältin (Carolina Vera). Eine nervige Witzfigur, die den Stuttgarter „Tatort“ runterzieht.

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