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Die junge Sarah (Ruby O. Fee) wird zur Hauptverdächtigen der Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare), als sie den Mord am Mitarbeiter eines Stuttgarter Jugendhauses aufklären müssen.

TV-Kritik

Tatort aus Stuttgart: Überall Verwahrlosung

München - Die Hauptdarstellerin überzeugt, doch die Geschichte von "Happy Birthday, Sarah" wird nur oberflächlich erzählt. Unsere TV-Kritik zum "Tatort" aus Stuttgart.

Aggressive Jugendliche, frustrierte Betreuer – dass hier der Haussegen schief hängt, kapiert man sofort. Und ist nicht überrascht, als einer der Sozialarbeiter ermordet aufgefunden wird, mit dem Kopf in der Kloschüssel. Das ist mal nicht alltäglich, ansonsten arbeiten die Macher dieses Stuttgarter „Tatort“ mit abgegriffenen Bildern, da werden Halbstarke beiderlei Geschlechts prinzipiell sofort rabiat, auch gegenüber Polizisten.

„Happy Birthday, Sarah“ ersäuft zu oft im Plakativen, hier wird nicht fein gezeichnet, sondern dick aufgetragen (Regie: Oliver Kienle). Und wenn der Chefbetreuer traurig sagt, dass seine Schützlinge zuhause kein Frühstück bekommen, dann sieht man alsbald die Kinder des Kommissars, denen dasselbe Schicksal droht. Die Verwahrlosung lauert überall.

Dabei ist dieser Krimi gar nicht schlecht gebaut, er zeigt den Kontrast zwischen unverdienter Armut und unverdientem Reichtum, zwischen Snobismus (beeindruckend: Patrick von Blume) und einem Leben, in dem es nur Gewalt zu geben scheint. Zum Glück für Autor Wolfgang Strauch gelingt es ausgerechnet Hauptdarstellerin Ruby O. Fee, als Sarah die Zwischentöne anzuschlagen, die der Regisseur nur selten trifft. Sie zeigt die Pein einer unglücklich Verliebten, die auch vom vermeintlichen Märchenprinzen (Tobias Oertel) wie Dreck behandelt wird. Dass das Schroffe nur die abgrundtiefe Verlorenheit überdeckt – hier wird es deutlich.

Demgegenüber mühen sich die Darsteller der Polizeitruppe – einschließlich Staatsanwältin – vergeblich ab. Der Ermittler (Richy Müller) als Streetworker, der Ermittler (Felix Klare) als alleinerziehender Vater – leider alles oberflächlich.

Rudolf Ogiermann

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