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Was soll das bedeuten? Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) hilft Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ihr Kindheitstrauma aufzuarbeiten.

TV-Kritik

Tatort Wien: Das geht subtiler

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Wien - Der Tatort in Wien: Mal sehen, worum ging’s da gleich? Um die schlimme Kindheit einer Kommissarin, gut. Um Altersarmut, auch. Und um Drogenschmuggel, aha. Die TV-Kritik.

Die Bibi (Adele Neuhauser) und der Eisner (Harald Krassnitzer) hatten es im neuen Tatort Wien mit einer ganzen Stange sozialrelevanter Themen zu tun. Leider war das mindestens eines zu viel.

Möglich, dass Drehbuchautor Uli Brée den Ösi-Ermittlern ein wenig Erholung von den ganz schweren Stoffen ermöglichen wollte. Sonst plagen sie sich mit Kriegen oder Sex-Sklavinnen. Diesmal mit armen Rentnern in der österreichischen Provinz, die heimlich die Modedroge Crystal Meth ins Land bringen. Schon diese absurde Verknüpfung macht es schwer, eines der Sujets ernsthaft anzugehen. Stattdessen muss Eisner schmerzhaft platte Sätze sagen – wie etwa beim Blick auf das trostlose Altenheim: „Sie haben ein Leben lang geschuftet und landen dann an so einem traurigen Ort.“ Autsch, das können sie eigentlich subtiler, die Wiener.

Eisner und Bibi finden einfach nicht den typischen Wiener Ton

Ein paar starke Szenen gibt es doch: Adele Neuhauser, wie sie ihrem sterbenden Vater, seinerseits Mitglied in der Rentner-Gang, zürnt und ihn trotzdem beweint. Oder Peter Weck als Gang-Oberhaupt Ransmayr, wie er seinen geschleckten Enkel erschlägt, weil der das Drogen-Geschäft mit seinem Opa aufkündigt. Völlig absurde Szene, wunderbar zerrissen gespielt. Den typischen Wiener Ton, der Schweres mit einem erbarmungslosen österreichischen Witz erträglich macht, finden Eisner und Bibi trotzdem nicht. Dass man sich doch irgendwie unterhalten fühlt, liegt nur an ihren herrlichen Frotzeleien.

Am Ende, als die beiden anderen Schmuggel-Rentner behaupten, nicht gewusst zu haben, was sie da gemacht haben, entfährt Bibi noch so ein platter Satz: „Scheint ja öfter mal Zeiten zu geben, in denen man von nichts weiß.“ Och nö, die Nazi-Keule? Lieber ORF, das kannst Du besser.

Infos rund um alle neuen Folgen sowie einen Terminplan finden Sie in unserem großen Tatort-Guide.

Die Tatort-Teams im Überblick

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Marcus Mäckler

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