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Kommissar Moirtz Eisner (Harald Krassnitzer) mit Bibi Fellner (Adele Neuhauser) im Einsatz.

Machtspiele mit Krassnitzer-Fest

Tatort "Zwischen den Fronten": Die TV-Kritik

München - Es geht um Verrat, Täuschung, Liebe und Macht. Der Wiener Tatort "Zwischen den Fronten" verspricht viel - hält aber wenig und wird deshalb langweilig für die Zuschauer, urteilt unser Redakteur in der TV-Kritik.

Spiele. 90 Minuten lang Spiele. Es geht um Verrat, Täuschung und natürlich um die Klassiker Liebe und Macht. Und mittendrin stehen in dem „Tatort“ aus Wien, wie der Titel „Zwischen den Fronten“ schon verrät, Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine Assistentin Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Sie sind vor allem anfangs wütend, ratlos und verwirrt. Wie der Zuschauer. Doch für den wird es so zwischenzeitlich schnell mal anstrengend – und deswegen langweilig.

Krassnitzer schießt trocken-humoreske Giftpfeile ab

Eisner kommt zügig dahinter, dass ein vermeintliches Selbstmordattentat vor dem Wiener Palais Liechtenstein bei der internationalen Konferenz der Vereinten Nationen gar keines ist. Doch da wären ja noch die Kollegen von dem ebenfalls eingeschalteten Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Ein bitterböses Kompetenzgerangel mit Einmischungen aus den höchsten Polit-Kreisen beginnt, und vermitteln muss die von Autorin Verena Kurth und Regisseur Harald Sicheritz clever angelegte Figur Major Melanie Warig (Susanne Wuest). Schmallippig biestig einerseits, voller unterdrückter Zweifel gegenüber den Oberen und sich selbst andererseits. Sie darf sich mit Eisner bekriegen, und das wird zum Krassnitzer-Fest. Schließlich darf er wieder seine herrlichen trocken-humoresken Giftpfeile abschießen. Gut auch, weil nicht überzeichnet, der bekannte österreichische Kabarettist Alfred Dorfer als potenzieller neuer Innenminister Magister Fred Michalski.

Doch leider geht dieser viel zu umständlich über gleich zwei Leichen. Und als dann auch noch ein Geheimbund mit rechtsradikalem Hintergrund Platz in der Geschichte findet, scheinen sich die Stricke niemals zusammenziehen zu wollen, sondern immer lockerer zu werden.

Zu langsam löst sich bei Eisner und Assistentin Fellner die Befangenheit mit dem Internet und dessen Plattformen, und zu langsam lösen sich die beiden auch aus dem Netz voller Intrigen und nutzen die Spielregeln für sich. Schade, denn dabei übersieht man schnell den brennend-realen Hintergrund des Falles: Wie unter dem Mantel der Terrorabwehr ein Überwachungsstaat entstehen soll, und wie andere das zu verhindern versuchen.

Angelika Mayr

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