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Kommissar Borowski (Axel Milberg) und Kollegin Brandt (Sibel Kekilli) begutachten einen weiteren Tatort

Tatort wird zum Mankell-Krimi

München - Der Kieler Tatort, der am Sonntag das ARD-Publikum fesseln wird, trägt die Handschrift von Schwedens bestem Krimiautor: Henning Mankell. Dank ihm wird es erschreckend, spannend und brutal .

Nur fünf Minuten, dann kommt die erste Nervenprobe im Tatort: Ein blonder, durchtrainierter Mann steht auf einem Steg. Er geht auf das Sprungbrett, schaut ins Wasser. Was der 40-Jährige nicht weiß, der Zuschauer aber vorher schon gesehen hat: Wenn sich der Schwimmer in den See stürzt, wird sein Körper von zig angespitzten Bambusstäben durchbohrt – eine tückische Falle unter Wasser. Entspannt breitet der Mann die Arme aus. Federt ab. Springt. Dann ist alles still, nur das Wasser färbt sich langsam rot …

Tatort: Die 18 Ermittler-Teams

Die Ermittler-Teams beim Tatort

Die aufgespieste Leiche wird das ARD-Publikum am Sonntagabend nicht sehen. Muss es auch nicht. Das Grauen findet allein im Kopf statt: Die eigene Fantasie reicht völlig. Borowski und der coole Hund heißt die Folge aus Kiel, und sie ist erschreckend, spannend, brutal – weil der Zuschauer eben nicht den Horror hingeknallt bekommt. Dieser Tatort trägt die Handschrift eines alten Bekannten: Henning Mankell, mit der erfolgreichen Wallander-Reihe Schwedens bester Krimi-Export. „Was ich mir auch ausdenke – die Wirklichkeit ist immer noch schlimmer“, sagt der 63-Jährige.

Der Autor hat bereits die Vorlage für Borowski und der vierte Mann geliefert, 7,07 Millionen Menschen schalteten im Dezember 2010 ein. Nun kommt die angekündigte zweite Folge.

Anfangs scheint es, als erzählte Mankell zwei verschiedene Fälle: Kommissar Borowski (Axel Milberg) und seine Kollegin Brandt (Sibel Kekilli) haben mit dem Mord am See alle Hände voll zu tun. Zeitgleich spielt sich in Schweden ein anderes Drama ab: In Göteborg stirbt ein Mädchen nach einem Hundebiss – das Tier hatte Tollwut, eine Infektion, mit der heute keiner mehr rechnet. Anscheinend stammt der Hund aus Deutschland. Und auch das Mordopfer in Kiel trug den Virus in sich, wie sich bei der Obduktion herausstellt. Der schwedische Kommissar Enberg (Magnus Krepper) beschließt, nach Deutschland zu fahren: Dort will er mit seinem alten Freund Borowski zusammenarbeiten.

Ein spannender Fall, findet auch Milberg. Ihn und Autor Mankell verbindet nicht nur die ARD-Krimireihe: Der Schauspieler liest Mankells Wallander als Hörbuchfassung. „Mankell ist ein politischer Mensch“, findet Milberg. „Er kann sich empören über Ungerechtigkeit, Heuchelei, Gleichgültigkeit, Passivität.“ Diese Gefühle sind der Antrieb für seine grauenhaft guten Krimis. Dabei ist gar nicht Mankell schuld an dem Horror. Es ist die eigene Fantasie.

EH

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