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Tatort "Der wüste Gobi" aus Weimar ist der letzte Krimi für dieses Jahr.

Interview zur Serie

Der „Tatort“: Zehn Millionen Zuschauer und Tausende von Kommentaren

Der „Tatort“ hat nicht nur regelmäßig ein Millionenpublikum vor dem Fernseher. Er gehört auch zu den Sendungen, auf die es jede Woche Tausende von Kommentaren gibt - zunehmend über Twitter und Facebook.

München - Das „Tatort“-Jahr ist fast zu Ende. Am Zweiten Weihnachtstag müssen Christian Ulmen und Nora Tschirner im Weimar-Krimi „Der wüste Gobi“ noch einmal ran. Das war's dann für 2017 - nach insgesamt 35 neuen „Tatorten“ im Ersten und zahlreichen Wiederholungen früherer Fälle vor allem in den Dritten Programmen. „Der „Tatort“ ist für viele nach wie vor der Fernseh-Höhepunkt der Woche“, sagte Sabine Knott, Leiterin der Zuschauerredaktion des Ersten Deutschen Fernsehens, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Und entsprechend gebe es auch überdurchschnittlich viele Rückmeldungen auf jede neue Folge.

Frage: Welcher „Tatort“ hat dieses Jahr die meisten Reaktionen gehabt? Welcher die positivsten, welcher die negativsten?

Antwort: Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, weil wir keine Rangliste der Reaktionen führen. Die User diskutieren bei Facebook am Sonntagabend sehr differenziert, wägen ihre Urteile ab und kommen über die Vorzüge und Nachteile einzelner „Tatort“-Folgen untereinander ins Gespräch. Der „Tatort“ ist für viele nach wie vor der Fernseh-Höhepunkt der Woche. Anhand der Reaktionen stellen wir fest, dass die meisten Zuschauer klassische Krimi-Handlungen schätzen und die Kommissare nicht mit zu viel persönlichen Problemen überfrachtet sehen wollen. Sie möchten sich auf die Handlung konzentrieren und stören sich an Elementen, die sie davon abhalten wie Einblendungen, fremdsprachige Dialoge mit Untertiteln und mangelnde Sprachverständlichkeit.

Frage: Gibt es zum „Tatort“ im Vergleich zu anderen Sendungen im Ersten besonders viele Zuschauerreaktionen?

Antwort: Ja, weil der „Tatort“ zu den meist gesehenen Sendungen des Ersten gehört, geben die Zuschauer überdurchschnittlich viele Rückmeldungen. Bei Twitter gingen in diesem Jahr bislang mehr als 18 000 Kommentare zum Sonntagskrimi ein. Bei Facebook gab es rund 190 000 Kommentare. Mit steigender Follower-Zahl hat die Zahl der Reaktionen in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Derzeit hat der „Tatort“ bei Facebook mehr als 900 000 Fans, die pro Woche zwischen 4000 und 15 000 Kommentaren zum aktuellen Fall schreiben.

Frage: Wie geht die Zuschauerredaktion mit Reaktionen um?

Antwort: Wir schalten bei „DasErste.de“ und im Blog der Zuschauerredaktion die Kommentare frei, die wir veröffentlichen wollen, wir beantworten Fragen und reagieren auf Kritik. Wenn Zuschauer sich untereinander über unsere Sendungen austauschen, versehen wir anerkennende und zustimmende Reaktionen mit „Gefällt mir“ oder bedanken uns dafür. Bei allen Sendungen des Ersten, auch beim „Tatort“, fragen wir in der Regel vorab bei den Redaktionen die Informationen ab, die wir benötigen, um Anfragen zu beantworten. Die User schätzen es, dass ARD-Mitarbeiter während des „Tatorts“ Kommentare lesen und darauf reagieren.

Frage: Welche Rolle spielen Social Media wie die „Tatort“-Fanseite oder der Twitter inzwischen?

Antwort: Die „Tatort“-Fanseite bei Facebook und „Tatort“ bei Twitter spielen für die Kommunikation mit dem Publikum mittlerweile eine zentrale Rolle. Viele Zuschauer sehen nicht nur den Krimi im Ersten, sondern verfolgen gleichzeitig per Smartphone oder Tablet die Diskussionen darüber und äußern ihre Meinung dazu.

ZUR PERSON: Sabine Knott, geboren 1966, hat Politik, Geschichte und Journalistik in München studiert und ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule. Sie hat anschließend als Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk gearbeitet und ist seit 1997 in der Programmdirektion des Ersten in München.

dpa

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