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Eva Maria Prohacek (Senta Berger) trifft den Polizisten Cem Oktay (Sohel Altan Gol). Hat er wirklich etwas mit dem Anschlag zu tun?

Während des Oktoberfests

Terror in München: Dieser TV-Krimi geht unter die Haut

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München - Arte und das ZDF zeigen einen Krimi, über den Deutschland sprechen wird: In der Doppelfolge von „Unter Verdacht“ mit Senta Berger passiert ein Terroranschlag mitten in München: auf dem Odeonsplatz. Genau dann, als der Trachtenumzug auf dem Weg zum Oktoberfest ist. 

Der Zweiteiler „Unter Verdacht - Verlorene Sicherheit“, der vor ein paar Wochen auf Arte lief und am Samstag (17. Juni) im ZDF gezeigt wird, wird nicht nur die Münchner, sondern auch alle anderen Zuschauer aufwühlen. Er beginnt mit Szenen, die unter die Haut gehen: Mitten in der Münchner Altstadt, auf dem Odeonsplatz, ziehen Trachtenvereine euphorisch und winkend Richtung Oktoberfest, als plötzlich ein Terroranschlag passiert. Eine Autobombe ist explodiert. Die Szenen entsetzen. Da liegen Menschen leblos auf dem Boden, andere stehen aus den Trümmern auf, Blut verschmiert, mit zerrissenen Dirndln und Hemden, zerzausten, staubigen Haaren und verrußten, qualvoll verzogenen Gesichtern. Besonders die Szene des Mädchens berührt, das sich verloren umblickt und vermutlich seine Eltern sucht. All diese Bilder zu sehen, tut weh. Sie wirken wie aus einem Kriegsfilm.

Eva Maria Prohacek (Senta Berger) sieht die erste Meldung vom Terroranschlag im Fernsehen. Sie muss den Blick zwischendurch abwenden, so sehr geht ihr der Fall nahe. Die Stimme des Moderators versagt, er bricht weinend zusammen. Es gibt später ein Bekennervideo eines Islamisten, die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Doch ein Jahr später gibt es neue Indizien, die dieser Annahme widersprechen. Ein Video, das im Internet verbreitet wird, zeigt, wie der Polizist Cem Oktay (Sohel Altan Gol) dem Fahrer in einem Kleinbus erlaubt, auf die eigentlich gesperrte Residenzstraße zu fahren. Der Polizist verlässt dann seinen Kontrollposten, wenig später geht die Bombe im Kleinbus hoch.  

Szene aus „Unter Verdacht“: Eva Maria Prohacek (Senta Berger) und Claus Reiter (Gerd Anthoff). 

Kriminalrätin Prohacek soll mit ihrem Partner André Langner (Rudolf Krause) herausfinden, ob Oktay wirklich in die Pläne des Terroranschlags verwickelt ist. Der Fall nimmt sie sehr mit, schließlich war Oktay früher jahrelang ihr Pflegekind. Es plagt ihr Gewissen, ihm all die Fragen zu stellen. Und dann erleidet sie auch noch einen Schwächeanfall, der schlimmer ist, als sie ahnt. Selten haben Zuschauer Senta Berger in ihrer Rolle als Eva Maria Prohacek körperlich so schwach und gleichzeitig so willensstark gesehen. Und dann sind da noch dieser unsympathische Mann vom Verfassungsschutz und Claus Reiter (Gerd Anthoff), die versuchen, Prohacek zu stoppen. Reiter handelt dermaßen skrupellos, dass die Zuschauer ihn mit völlig anderen Augen sehen werden. 

Der Zweiteiler „Verlorene Sicherheit“ von Regisseur Andreas Herzog aus der ZDF-Krimi-Reihe „Unter Verdacht“ ist ein gut komponierter Thriller. Er wird in München wahrscheinlich wieder zu der Frage führen, wie sicher das Oktoberfest und die Festumzüge sind. Im vergangenen Jahr haben die Oktoberfest-Besucher eine „Hochsicherheits-Wiesn“ mit einem Zaun und Rucksackverbot erlebt (tz.de* in München hat ausführlich darüber berichtet). 

Weil Terroranschlag den Zuschauern viel zumutet, durften sie Dortmund-Tatort lange Zeit nicht sehen 

Ein realistischer Terrorfall hat bei der ARD dazu geführt, dass sie einen Tatort mehrfach verschoben hat: Den Dortmund-Tatort „Sturm“ durften die Zuschauer an Neujahr nicht sehen. Auch nicht wie geplant Ende Januar, sondern erst an Ostermontag. Die Handlung war zu beängstigend, so kurz nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin (lesen Sie hier die ausführliche Dortmund-Tatort-Kritik unserer Partnerseite Merkur.de).

Auch der ARD-Film „Terror - ihr Urteil“ hat manche Zuschauer damals erschreckt und zu heftigen Diskussionen geführt. Darin ging es um die Frage, ob ein Einzelner 164 Menschen töten darf, um damit Tausende - nämlich Zuschauer und Fußballspieler in der Allianz Arena in München - zu retten. Die ARD-Zuschauer konnten über die Frage abstimmen. 

Für Arte bedeutet Zweiteiler „Unter Verdacht“ die höchsten Zuschauerzahlen seit mehr als zehn Jahren 

Der Fernsehsender Arte hat am 4. Mai laut Medien-Branchendienst Meedia mit seiner Doppelfolge „Unter Verdacht - Verlorene Sicherheit“ seine höchsten Zuschauerzahlen seit mehr als zehn Jahren geholt. Das sagt alles. Den Zweiteiler mit Senta Berger als Eva Maria Prohacek sahen Meedia zufolge um 20.15 Uhr 1,82 Millionen Menschen; später, um 21.45 Uhr, sahen sogar 1,91 Millionen Zuschauer den Krimi. 

So sehen Sie „Unter Verdacht“ mit Senta Berger im Juni im ZDF

Das ZDF zeigt „Unter Verdacht - Verlorene Sicherheit, Teil 1 und 2“ am 17. Juni - um 20.15 Uhr Teil eins und um 21.45 Uhr Teil zwei. 

Sehen Sie den Trailer zur erste Folge von „Unter Verdacht - Verlorene Sicherheit“

*tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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