Freizügige „Jesus-Kampagne“

Thomalla schießt bei „Maischberger“ zurück

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Sandra Maischberger wollte in der letzten Talk-Sendung des Jahres eine politische Bilanz ziehen. Für den Aufreger des Abends sorgt aber eine Schauspielerin.

Sandra Maischberger wollte in ihrer Sendung auf das vergangene Jahr zurückblicken und eine politische Bilanz ziehen. Ist Trump trotz seiner Drohungen doch keine Gefahr für die Welt? Sind die Populisten wirklich auf dem Rückzug? Und haben die Volksparteien ausgedient? Kurzum ihr Thema war: „Panikjahr 2017: Besser als befürchtet?“

Dazu lud sich Maischberger ZDF-Moderator Peter Hahne ein, Entertainerin Olivia Jones, Investigativjournalist Günter Wallraff, die ARD-Journalistin Astrid Fohloff und Spiegel-Mann Markus Feldenkirchen vervollständigten die Runde. Für die Aufreger des Abends sorgte aber Schauspielerin Sophia Thomalla bei der Debatte um die #metoo-Kampgane und ihren freizügigen Werbeauftritt als Jesus am Kreuz.

Maischberger: Thomalla wettert sofort los

„Diese ganze metoo-Kampagne ist eine Beleidigung für die wahren Vergewaltigungsopfer“, wetterte Thomalla sofort. „Es ist traurig, dass wir Frauen unseren Schmerz zur Schau stellen müssen, damit uns überhaupt jemand zuhört. Wenn ich mich über einen Vergewaltigungswitz aufrege, bin ich eine Femi-Nazi. Wenn ich mich öffentlich dazu bekenne, dass ich vergewaltigt wurde, dann bin ich auf einmal die gebrochene Blume, die Schutz braucht.“ 

Sie beklagt: „Wir leben ja nicht mehr im Mittelalter. Man hätte auch vor zwanzig Jahren schon Nein sagen können. Das finde ich verlogen.“

Feldenkirchen verteidigt die Debatte als „notwendig“. Journalistin Jones glaubt: Über dieses Thema zu sprechen „macht viele Frauen mutiger“. Frohloff dagegen springt Thomalla bei.

Maischberger: Thomalla als Jesus am Kreuz - das entgegnet sie der Kirchenkritik

Die erste Aufregung ist noch nicht verklungen, da spricht Maischberger einen weiteren Punkt an, der die Runde erhitzt. Und das ist in dieser Sendung nicht verkehrt, denn nicht viel wird zu den weiteren Themen Trump, AfD, Erdogan gesagt, was nicht in den vergangenen zwölf Monaten schon gesagt wurde.

Also: Maischberger kommt zum Thema Blasphemie. Sophia Thomalla hatte sich freizügig für eine Lotterie-Kampagne als Jesus an einem Kreuz gezeigt. „Das müssen Sie uns erklären“, fordert Maischberger.

Ziemlich breites Kreuz für eine Frau mit so schmalem Körper. Warum?Wehalb?Wieso? @bild weiss es.

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Thomalla gerät ins Schlingern, dann schießt sie gegen die Kirchenkritik zurück. „Wir haben das von einer spanischen Lottogesellschaft übernommen. Sie wirbt mit den christlichen Symbolen schon seit Jahren“, sagt Thomalla. „Ich persönlich möchte niemanden angreifen“, so die Schauspielerin weiter, „ich finde es bizarr, dass gerade die Kirche aufgrund der vielen Kreuzigungen, Hexenverbrennungen aus alter Grauzeit und mit pädophilen Eskapaden aus der Neuzeit gerade mir etwas vorwerfen will.“

Maischberger: Feldenkirchen bringt es auf den Punkt

Kirchegänger Hahne sieht das ganz anders. „Wenn Sie das mit Mohammed gemacht hätten, hätten wir heute einen Nelkenstrauß hier oder Sie säßen auf der Todesliste. Warum mit Jesus? Das gehört sich nicht.“

Wallraff findet: „Es ist kein Tabubruch mehr. Es ist läppisch.“ Und schließlich bringt es Feldenkirchen auf den Punkt: „Es funktioniert immer noch, wir reden ja drüber.“

Fazit: Zwei aufregende Debatten, in einer ansonsten eher langatmigen Maischberger-Sendung.

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © Maischberger/Instagram Sophia Thomalla

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