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Neue Literatursendung „Gottschalk liest?“ im BR.

Vom Entertainer zum Bücherwurm

Neues Format im BR: So lief die Premiere von Gottschalks neuer Sendung

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In seinem neuen Literaturformat im BR hält sich Thomas Gottschalk zurück und überlässt seinen Gästen das Reden. Auch sonst ist er um eine lockere Atmosphäre bemüht. 

München - Natürlich lassen sich seine Schuhe („Es sind die langweiligsten, die ich besitze.“) in einem solchen Talk unterbringen und auch seine oberschlesischen Tanten. Er lässt durchblicken, dass er rote Teppiche kennt und viele Fotografen – aber warum auch nicht? Thomas Gottschalk hat schon immer gerne von sich erzählt und den Gesprächen auf der Wetten, dass...?-Couch so etwas Entspanntes, fast Familiäres gegeben. 

Gottschalk: Beförderung vom Entertainer zum Bücherwurm

So ist es auch bei Gottschalk liest?, dem neuen Literaturformat im BR Fernsehen, das Dienstagabend Premiere hatte. Aufgezeichnet wurde es bereits vor zwei Wochen, weswegen Gottschalk auch nichts zur Trennung von Ehefrau Thea verlauten ließ. Klar, dass es in Gottschalk liest? nicht um Literaturgeschichte geht, um Stile, Schulen oder Epochen. Der 68-Jährige, der ordentlich kokettiert mit seiner späten Beförderung vom Entertainer zum Bücherwurm, nähert sich seinem neuen Sujet als „normaler“ Leser, und das hat Charme. Vor allem, weil er sich – anders als sonst – zurückhält und seine Gäste reden lässt. „Jeder, der ein Buch liest und mag, wünscht sich hinterher die Begegnung mit dem Autor“ – nach diesem (Vor-)Wort wird tatsächlich verfahren, schon insofern ist der große Herbstblonde mit seiner „Das kennen wir doch alle“-Art in seinem Element – hat aber auch Glück mit seinen Gästen.

Sendung profitiert von lockerer Atmosphäre 

Höhepunkt ist das Gespräch mit Ferdinand von Schirach (Kaffee und Zigaretten), der selbst mühelos die eine oder andere Pointe landet, gerne auch auf Kosten des Gastgebers. Gottschalk ist von Haus aus kein Literaturwissenschaftler – und will es auch nicht sein. Gelegentlich rutschen ihm allzu routinierte Formulierungen heraus, etwa wenn er über Sarah Kuttners Buch Kurt – in dem es um ein totes Kind geht – sagt, es habe ihm „wirklich Spaß“ bereitet. Oder wenn er für einen kurzen Moment die ganze Sendung obsolet macht mit der Frage: „Hat man (als Autor) nicht das Gefühl, dass schon alles geschrieben wurde?“ Egal – sich Büchern durch lockere Plaudereien mit den Verfassern zu nähern (und ihnen doch einiges zu entlocken) ist nicht das schlechteste Konzept, die Zuschauer zum (Nach-)Lesen zu bringen.

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Rudolf Ogiermann

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