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Thomas Gottschalk über sein Radio-Vertrag: „Ich koste den BR einen Euro pro Jahr“

Ab Januar moderiert er wieder beim BR

Gottschalk: „Radio aus Kalifornien? Daran glaube ich nicht“

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München - Thomas Gottschalk kehrt zu seinen Wurzeln zurück und moderiert beim Bayerischen Rundfunk eine Radioshow. Nun sprach er über seine Beweggründe - und Donald Trump.

Der Ort? Keine große Bühne wie einst zu Wetten, dass..?-Zeiten, eher ein karger Konferenzraum im Bayerischen Rundfunk. Das Publikum? Keine Millionen, sondern zwei Dutzend Journalisten und BR-Mitarbeiter. Die Show? Trotzdem großartig! Für Thomas Gottschalk macht es keinen großen Unterschied, ob er live im Fernsehen, im Hörfunk oder vor einer überschaubaren Gruppe von Menschen spricht. Er ist immer mit Leib und Seele Entertainer – so eben auch an diesem Tag, als der BR zum Pressegespräch mit Gottschalk geladen hat. Es geht – klar – um die neue Radio-Sendung, die der 66-Jährige ab Januar immer am ersten Sonntag des Monats moderieren wird. Zurück zu den Wurzeln also. Und los geht’s.

Gottschalk über seine Rückkehr zum Radio

Beim BR nahm Gottschalks große Karriere in den 70er Jahren ihren Anfang.

„Es war nicht so, dass ich beim BR bettelnd vor der Tür gelegen hätte und ­irgendwann erbarmte sich jemand und sagte: ,Na gut, dann komm halt rein ins Warme.‘ Der BR hat gequengelt und immer wieder nachgefragt, und ich habe mir das alles dann gut überlegt. Es ist doch so: Ich sehe im Fern­sehen, und das gilt auch fürs Radio, einfach immer wieder Veranstaltungen, wo ich sage: Bei aller Demut – das kannst du besser. Wenn ich mich in Hof ins Auto setze und nach Hamburg fahre, dann habe ich unterschiedliche Sender, aber im Grunde eine einzige Präsentation. Da sitzen freundliche Animateure, die auch im Club Aldiana arbeiten könnten, und reden alle im gleichen Tonfall. Sie haben Hausfrauen am Telefon, die sich wahnsinnig darüber freuen, dass sie gerade zwei Karten für irgendwas gewonnen haben, und sagen dann das nächste Gewinnspiel an. Dazu gibt’s die besten Hits der 70-er und 80-er. Mir fehlt da das Individuelle, das meine Sendung haben wird.“

Über die neue Sendung

„Ich werde der Musik, die überall gespielt wird, aus dem Weg gehen. Ich möchte die ­Musik spielen, die es zu meiner Zeit schon gab und die nicht gealtert ist. Ob das Jethro Tull ist, Sting oder Phil Collins. Die hört man sonst nirgends mehr, ich glaube aber, dass es noch genügend Menschen gibt, die so etwas hören wollen. Und das werde ich einen Sonntag im Monat machen. Übrigens live – denn nur so hat es einen Sinn. Irgendjemand hatte vorgeschlagen, dass ich die Show auch von meiner Windmühle in Kalifornien aus machen kann, dann eben digital. Aber an so etwas glaube ich nicht. Ich komme einmal im Monat nach München und ­habe da richtig Lust drauf. Das ist der Vorteil an meiner Situation, an meinem Alter: Auch wenn manche mich als eine Art Untoten sehen, der nicht aufhören kann. So ist es nicht. Ich kann machen, was ich will. Ob es Gäste geben wird? Wenn Eric Clapton unten anklopft, werde ich ihn mit hoch nehmen. Oder Peter Maffay. An einem Namen für die Sendung wird gerade noch hektisch gearbeitet.“

Über die Kosten

„Ich möchte nicht, dass die ARD noch mal am Gottschalk zu Grunde geht, das hatten wir ja mit der Vorabendgeschichte. Also haben wir uns gedacht: Wir suchen uns einen mittelständischen bayerischen Unternehmer, der als Sponsor auftritt und die Kosten übernimmt. Ich koste den Bayerischen Rundfunk kein Geld und mache es wie Donald Trump und werde einen Euro im Jahr nehmen. Das ist mir auch ganz lieb, dann stehe ich nicht so in der Bringschuld, und die Leute können nicht sagen: ,Also das, was der Gottschalk hier abliefert, war aber keine 500 Euro wert.‘ Ich komme völlig entspannt hier hin.“

Über die neue Technik

„Vor 30 Jahren habe ich im Sitzen moderiert. Jetzt werde ich drei Stunden stehen müssen, das traue ich mir zu. Aber: Tatsächlich war ich es gewohnt, dass links zwei Plattenspieler stehen und rechts einer. Und dann hat alles funktioniert. Das ist heute natürlich anders. Und da sehe ich ein bisschen schwarz. Deswegen bekomme ich Unterstützung vom Bayern1-Kollegen Tom Glas. ­Michelle (Hunziker, d. Red.) hatte leider keine Zeit.“

Über eventuell aufkommende kritische Reaktionen

„Ich werde mich nicht von einem Blogger vor sich hertreiben lassen. Ich werde nicht meine Klicks zählen oder schauen, ob ich Trending Topic bei Twitter bin. Das alles interessiert mich nicht. Jemand fragte auch: ,Machen wir was für die Onliner?‘ Da habe ich geantwortet: ,Hör mir auf mit den Onlinern! Ich mache Radio.‘ Ich kenne mich auch bei Facebook nicht aus und das will ich auch nicht. Ich blende so etwas aus. Ich mag diese Grundgehässigkeit nicht, die in den Sozialen Netzwerken herrscht.“

Über die Konkurrenz durch den „Tatort“ am Sonntagabend

„Ich werde versuchen, dem Publikum zu garantieren, dass es bei mir wenig Leichen geben wird. Jemand, der dem Tode aus dem Weg gehen will, ist bei mir besser aufgehoben.“

Über Trump und eine Rückkehr nach Deutschland

TV-Legende Thomas Gottschalk nach dem Pressegespräch mit Fernsehredakteurin Stefanie Thyssen.

„Ich möchte weiter zwischen den Welten pendeln. In Malibu weiß keiner, ob ich ein pensionierter Pornoregisseur aus Schweden bin oder ein Radiotyp aus Bayern. Da stolpert Nick Nolte im Supermarkt vor mir über seinen Einkaufswagen. Für mich interessiert sich keiner. Außerdem leben meine Söhne in den USA, Thea möchte auch bleiben und – zum Thema Trump – blonde Männer mit schrecklichen Frisuren müssen nicht immer gleich das Ende bedeuten. Also bleibe ich dort. Und wenn ich ab Januar einmal im Monat hier nach München komme und mich ein paar Leute kennen und sich freuen, mich zu sehen, dann ist das wie eine kleine Therapie für mich.“

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