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Armdrücken mit Ali (5): Momente wie ­diese machten die neue Sat.1-Show ­„Little Big Stars“ unterhaltsam.

Kinder, wie konnte das passieren…? 

Thommy und die Kleinen top, aber Sat.1 hat es vermasselt

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    Jörg Heinrich
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„Little Big Stars“ war ein Reinfall - aber ausdrücklich nicht wegen wegen Thomas Gottschalk oder seiner Kinder-Gäste. Sat.1 und die Produktionsfirma Warner Bros. waren die Übeltäter.

München - Ach, ist das schön! Ach, ist das schade! Da findet sich fast sechs Jahre nach seinem letzten Wetten, dass..? endlich wieder eine Sendung, in der Thomas Gottschalk zeigen kann (zeigen könnte), dass er nach wie vor Deutschlands gewitztester und amüsantester Fernsehmoderator ist. Und dann vermasseln Sat.1 und die Produktionsfirma Warner Bros., vor der hier ausdrücklich gewarnt sei, Thommys neue Kindershow „Little Big Stars“ dermaßen, dass Zuschauen und Zuhören zur Qual werden.

Dilettantische Schnitte, eingespielte Lacher wie in „Two and a Half Men“ und überdrehte Reaktionen eines Publikums, das mit ständig offenem Mund und weit aufgerissenen Augen so dargestellt wird, als hätte es bewusstseinserweiternde Substanzen eingeworfen – Thommy, warum haben sie dir das angetan? Enttäuschende 2,53 Millionen Zuschauer waren die verdiente Quittung. Gottschalk und seine tollen Kids hätten dreimal so viel verdient.

Das Traurige dabei ist: Wenn eine Sendung, von DSDS bis Willkommen bei Mario Barth, ohnehin hoffnungslos ist, straft man sie mit verdienter Verachtung, und der Fall ist erledigt. Doch Little Big Stars könnte so hübsch sein, und am Tatort-Sonntagabend Mordsspaß statt Mordspaß liefern – wie in den USA, wo das von Starmoderatorin Ellen DeGeneres erfundene Original Little Big Shots der erfolgreichste Show-Neustart seit The Voice war. Dort feiern die Kritiker die Kindersause als „urkomisch“. Bei uns in Deutschland zürnt das Medienmagazin DWDL über das ­Debüt auf Sat.1 zu Recht: „Mit dem Fleischermesser zerstört.“ Kinder, Kinder, wie konnte das passieren?

Denn das Potenzial ist riesig: Thomas Gottschalk ist zurück auf einer Couch und ratscht hinreißend mit talentierten Kids wie dem kleinen Ringer Liam, mit Kunstradfahrerin Ceyda und Hardrocker-Schlagzeugerin Eduarda, die dann ihre Kunststückchen zeigen. Mehr ist da nicht, und mehr muss da auch nicht sein. Und es gibt endlich keine lästige Jury, die die Leistungen der Kinder seziert. Doch leider haben Sat.1 und Warner der simplen Idee nicht vertraut – und die Sendung nach den offenbar stundenlangen Aufzeichnungen so lange tranchiert und neu zusammengepuzzelt, bis vom Charme nicht mehr viel übrig war.

Seifenblasen-Künstler: der achtjährige ­Felix begeisterte.

Auch schade: Statt die Kids einfach plappern zu lassen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, müssen sie ganz offensichtlich vorgegebene Sprüche aufsagen. Und so erkundigt sich der fünfjährige Mini­turner Ali, der bei Gottschalks letztem Wetten, dass..? noch kaum geboren war: „Hast du Gummibärchen?“ Als ob er Haribo-Thommy noch kennen würde. Wenn das modernes Fernsehen ist – dann kann Thomas Gottschalk niemand verdenken, wenn er sich nun doch langsam als TV-Rentner nach Malibu zurückzieht.

Jörg Heinrich

Sat1-Videos: Little Big Stars - Highlights

Das sagen die Zuschauer

Einen prominenten Gruß gab’s vorab: Frank Elstner schickte Thomas Gottschalk eine SMS, die der beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte. „Lieber Thomas, ich drücke dir für heute Abend ganz fest die Daumen“, schrieb der Wetten, dass..?-Erfinder. Genutzt hat es nicht viel. Die Kritiken zur neuen Show sind durchwachsen. Satiriker Oliver Kalkofe holte am heftigsten aus: In Richtung Sat.1 twitterte er: „ToDoListe Montag: Entschuldigung & Blumen an Gottschalk. Produktionsliste suchen – alle entlassen.“ Es gab auch positives Feedback. „Ich schaue statt Tatort ne Show mit Blagen, weil Thomas Gottschalk sie moderiert“, schrieb ein User. „Ein vielversprechendes Konzept und ein sehr guter Moderator“ ein ­anderer. Gottschalk selbst twitterte gestern übrigens gar nichts. Was ja auch was aussagt.

Video: Glomex

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