Tragödie in Echtzeit

Die Bilder der beiden Flugzeuge, die am 11. September 2001 nacheinander in die Türme des World Trade Centers in New York rasten, haben sich ins Gedächtnis eingebrannt, ebenso wie die des durch den Aufprall eines dritten Jets beschädigten Pentagon in Washington. Über das Schicksal der vierten Maschine, die ihr vermutliches Ziel Washington nicht erreichte, sondern in einem Waldstück bei Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania zerschellte, ist weniger bekannt.

ZDF zeigt "Flug 93" über vergessene Opfer der Anschläge vom 11. September

Mit seinem Film "Flug 93" setzte der britische Regisseur Paul Greengrass fünf Jahre später den ums Leben gekommenen 44 Passagieren ein Denkmal. Das ZDF zeigt das Werk heute um 20.15 Uhr als deutsche Fernsehpremiere.

Da es keine Überlebenden gibt, kann über die genauen Ereignisse an Bord nur gemutmaßt werden. Fest steht, dass der Plan der Entführer, mit der Maschine ein Ziel in Washington anzufliegen, am Widerstand der Passagiere scheiterte. Sie wurden zu Helden wider Willen, die zwar nicht ihr eigenes Leben, aber das vermutlich vieler Anderer retteten.

Basis des Drehbuchs waren Interviews, die der Regisseur mit Angehörigen der Passagiere und der Crewmitglieder führte. Einige von ihnen hatten während des Fluges über Handy Kontakt mit der Außenwelt herstellen und die Lage an Bord schildern können. Ferner nutzte Greengrass die Aufzeichungen der Pilotengespräche und die Erinnerungen von Fluglotsen und Militärs. Besetzt mit eher unbekannten Darstellern und Laien aus dem Bereich der Luftfahrt, die an jenem 11. September 2001 Dienst hatten, ist "Flug 93" ein Ensemblefilm ohne klassische Hauptfiguren.

Nach Meinung der Kritiker gelang Greengrass eine glaubhafte Rekonstruktion der Ereignisse. Die Tragödie entfaltet sich in Realzeit, sodass der Zuschauer, der das tragische Ende der Geschichte kennt, genügend Gelegenheit hat, jede scheinbar noch so unbedeutende Szene spannend zu finden. Gleichzeitig konfrontiert der Film mit einer Hilflosigkeit der Behörden und der Politik, die jede Vorstellung von souveränem staatlichen Handeln in Krisensituationen als frommen Wunsch entlarvt.

Im Anschluss an den Film zeigt das ZDF um 21.55 Uhr den Beitrag "Flug 93 Die Dokumentation" von Carl-Ludwig Paeschke und Uli Weidenbach.

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