Der Traum von einem Privatleben

Neue Folgen für "Der Alte": - Eine Szene wie diese hat man schon oft gesehen. Im Wohnzimmer, vor der Designercouch, liegt eine Leiche, Männer in weißen Overalls sichern Spuren, die eingespielte Ermittlertruppe, Heymann, Richter, Riedmann, versucht, erste Erkenntnisse über den Tathergang und den Täter zu gewinnen. Dazwischen bewegen sich Polizisten in Uniform, in der Küche wartet die geschockte Witwe auf eine erste Befragung. Nur einer ist neu in dieser Runde. Walter Kreye ist Kommissar Herzog, genannt "Der Alte".

Und auch wenn das intensive Spiel der Akteure es suggeriert - in der Realität ist hier natürlich niemand tot. Dies ist nur eine Filmszene, Helmut Ringelmanns Neue Münchner Fernsehproduktion dreht in dem mondänen Anwesen an der Peripherie der Gemeinde Gauting (Landkreis Starnberg) eine neue Episode der ZDF-Krimireihe. Es ist die 324. Folge seit dem Start im Jahr 1977, sie trägt den Titel "Bei Einbruch Mord" und ist voraussichtlich Ende des Jahres zu sehen.

Am üblichen Milieu, das lässt dieser Drehort erahnen, wird sich mit dem Wechsel von Rolf Schimpf alias Leo Kress, der nach 204 Folgen aus Altersgründen Schluss machte, wohl nichts ändern. Der Tote war Anwalt, er trug am letzten Tag seines Lebens einen teuren Anzug, auf dem Couchtisch stehen noch zwei langstielige Gläser, was den Kommissar darüber sinnieren lässt, ob das Opfer seinem Mörder wohl vor der Tat noch Champagner angeboten habe.

\x14Seine Figur sei "kein Leithammel, sondern einer, der den anderen auch zuhört", stellt der 64-Jährige in einer Drehpause klar: "So viel kann ich schon sagen." Ein Teamarbeiter also, kein Autokrat, wie ihn noch Vor-Vorgänger Siegfried Lowitz in der Rolle des Erwin Köster verkörperte, kein einsamer Wolf wie Schimpf. Eine Chance für die Mitarbeiter, in harmonischer Zusammenarbeit den Fall zu lösen. Obwohl sich Kreye, wie er einräumt, durchaus mit dem Gedanken anfreunden kann, dass es auch mal zu Konflikten kommt: "Warum soll‘s keine Spannungen geben zwischen uns vieren?"

\x14Und prompt gibt‘s - natürlich nur für die Kamera - gereizte Wortwechsel zwischen den Assistenten, als in einer weiteren Szene der Anrufbeantworter des Mordopfers abgehört wird. "Das war sehr schön", lobt Autor und Regisseur Hartmut Griesmayr nach einer Probe: "Kriegt Ihr das nochmal so hin?"

\x14Kein Problem für die Schauspieler, die betonen, sich auch privat gut zu verstehen. "Sehr angenehm" findet Michael Ande, seit 30 Jahren in der Rolle des Gerd Heymann zu sehen und damit der derzeit Dienstälteste im "Der Alte"-Team, die Zusammenarbeit mit Walter Kreye. "Aber wir sind auch keine schwierigen Kollegen", fügt er mit vielsagendem Lächeln hinzu - ganz im Gegensatz zu Lowitz, der zwar ein grandioser Schauspieler gewesen sei, aber als Mensch "unberechenbar". Der Neue sei "total toll", schwärmt auch Markus Böttcher, der - und das auch schon seit 21 Jahren - den Chef-Kriminaltechniker Werner Riedmann gibt: "Man hat das Gefühl, dass er er schon ewig da ist."

\x14Dem so Gelobten scheinen solche Zeiträume fast suspekt zu sein. Einen wie den "Alten" über 20 Jahre zu verkörpern, ohne zuvor viele andere Rollen gespielt zu haben, "das kann ich mir nicht vorstellen". Aber weil er in seinem Berufsleben schon vieles andere "mit einer Riesenfreude" gemacht habe, könne er sich auf die Figur einlassen. Weshalb die Entscheidung für die ZDF-Reihe letztlich leicht gefallen sei, auch "wenn ich viel absagen musste", wie Kreye einräumt. Der Schauspieler hofft nun auf viele kleine Kinoproduktionen in drehfreien Zeiten. Für die sei er jederzeit zu haben.

\x14Jetzt jedoch sei er neugierig auf die neue Aufgabe als tatkräftiger Kriminaler, in dessen Leben es vorläufig nur Fälle gibt. Und während in der Küche des Hauses Kollegin Susanne Schäfer vor der Kamera den Tod ihres Film-Mannes betrauert, träumt Walter Kreye, der wieder kurz Pause hat, im Arbeitszimmer von einem Privatleben, das ihm die Autoren vielleicht doch bald in die Drehbücher schreiben werden.

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