Die gute Seele Rademann fehlt

Traumschiff-Kapitän Sascha Hehn: „Müssen die Welt beschützen“

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München - Am zweiten Weihnachtsfeiertag sticht das Traumschiff wieder in See. Kapitän Sascha Hehn spricht mit uns über die Dreharbeiten ohne Produzent Wolfgang Rademann.

Die „Traumschiff“-Mannschaft: (Sascha Hehn, Nick Wilder, Heide Keller und Harald Schmidt, von links.

Bis zuletzt arbeitete er an einem Drehbuch, studierte Besetzungslisten und ließ sich sämtliche Neuigkeiten vom Traumschiff am Krankenbett berichten. Mit Produzent Wolfgang Rademann († 81) starb am 31. Januar dieses Jahres nicht nur der Erfinder der ZDF-Erfolgs­serie, sondern auch die gute Seele eines ganzen Teams. Keine Reise, die der gebürtige Berliner nicht persönlich begleitet hätte. Auch Palau und Kuba, die Ziele der aktuellen Traumschiff-Episoden (Ausstrahlung: 26. Dezember und Neujahr) hatte Rademann schon voller Vorfreude im Visier. Doch die MS Amadea stach zwei Wochen vor ­seinem Tod ohne ihn in See. „Es war schon etwas Besonderes mit ihm“, bestätigt Sascha Hehn, als wir uns zum ­Interview in München treffen. Der 62-Jährige TV-Kapitän bereitet sich bereits auf den Drehstart der neuen Folgen im Januar vor. Denn auch 2017 wird das Traumschiff wieder Sehnsuchtsziele ansteuern und ein Stück heile Welt in die heimischen Wohnzimmer bringen. Rademann hätte es gefreut, dass der Kahn, wie er salopp in einem der letzten Gespräche sagte, nicht mit ihm untergegangen ist.

Herr Hehn, an Weihnachten und Neujahr entführen Sie die Zuschauer nach ­Palau und auf Kuba. Welche ­Erinnerungen haben Sie an die Dreharbeiten?

Sascha Hehn: Sehr schöne! Die beiden Ziele sind völlig konträr. Palau ist als Inselstaat im Pazifik das letzte Paradies auf Erden, ein echter Traum für Taucher. Ganz anders Kuba. Da ist es die Atmosphäre, die einen fasziniert. Mit meiner Frau bin ich nachmittags um fünf ins legendäre Hotel Nacional auf eine Zigarre und einen Drink gegangen. Josephine Baker, ­Errol Flynn und Marlene Dietrich waren schon hier. Und dann sitzt du selbst da und genießt ­diese ­tolle Atmosphäre.

Es waren die ersten „Traumschiff“-Dreharbeiten ohne Produzent Wolfgang Rademann, der die ­Reisen sonst immer begleitet hat...

Hehn: Ja, er war immer die gute Seele der Kompanie. Einer, der uns Schauspieler gern zum Dinner eingeladen hat oder mit ausgebreiteten Armen vor dem Hotel stand und sagte: Jetzt kommt mal rein. Ich zeig euch alles.

Fehlt er?

Hehn: Auf jeden Fall. Mit ihm war es schon etwas Besonderes. Aber die Arbeitsabläufe, das Team und das Organisatorische – das läuft alles wie eh und je.

Was würden Sie sich ­wünschen?

Hehn: Dass das ZDF vielleicht den einen oder anderen Euro, den es sich jetzt durch den Verlust von Olympia spart, ins Traumschiff steckt. Es würde sich wirklich lohnen, in dieses etablierte Flaggschiff zu investieren, um die Qualität in allen ­Gewerken noch weiter zu ­verbessern.

Ab Mitte Januar stechen Sie erneut in See. Freuen Sie sich schon oder fehlt Ihnen die bayerische Heimat, wenn Sie unterwegs sind?

Hehn: Wir leben in Bayern ja wirklich in einer traumhaften Gegend. Und nach sechs Wochen denke ich zum ersten Mal: Jetzt würde ich gern zurück in mein gemütliches Heim. Dann wird es Zeit, dass ­meine Frau nachkommt.

Begleitet Sie sie auf dem Schiff?

Hehn: Nein, das wäre nichts für sie. Meine Frau ist nicht seefest. Aber wir drehen ja auch immer einige Tage an Land, und dann genießen wir es, zusammen zu sein.

Sie sind als TV-Kapitän knapp sechs Monate im Jahr fürs „Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“ gebucht. Packt Sie privat überhaupt noch das Reisefieber?

Hehn: Ich fühle mich sehr priviligiert, dass ich so viel von der Welt sehen durfte und immer noch darf. Aber wenn ich zu Hause bin, genieße ich die Natur, die ich um mich habe. Dann zieht es mich eigentlich nicht weg.

Vor 35 Jahren haben Sie als „Traumschiff“-Stewart die Welt bereist. Wie erleben Sie all die Traumziele heute?

Hehn: Es hat sich schon alles sehr verändert – und leider nicht zum Besseren. Wenn Sie in Kuala Lumpur sind, müssen sie schon ziemlich weit mit dem Schiff rausfahren, um die Brühe als Meer identifizieren zu können. Uns Menschen ist es leider nicht gelungen, unseren schönen Planeten so zu schützen und zu bewahren, wie er es verdient hätte.

Rubriklistenbild: © dpa

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