Trickreich nach Tibet

München - Zerstörte buddhistische Klöster, eine darbende Bevölkerung, Fremdbestimmung und Kontrolle: Die ZDF-Reportage "Tibet - Reise durch ein verbotenes Land" zeigt vor den Olympischen Spielen in Peking ein Land, das auch fast 60 Jahre nach seiner Besetzung unter chinesischer Unterdrückung leidet.

Nach einer gut 3000 Kilometer weiten, beschwerlichen Expedition durch das asiatische Hochland - immer unter den Augen der chinesischen Zensoren - sind zwei spannende 45-Minuten-Filme entstanden. Die Beiträge von Steffen Bayer werden heute und am 5. Februar um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

Die Reportage zeigt faszinierend-schöne Bilder, majestätische Gebirge und unberührte Landschaften - ist aber zugleich eine politische Dokumentation. Bayer und sein Team berichten auch aus sonst gesperrten Regionen, sie führten - streng kontrollierte - Gespräche mit Mönchen und der Bevölkerung und lassen den Dalai Lama als Oberhaupt der Tibeter im indischen Exil ausführlich zu Wort kommen. Die Reise sei von den chinesischen Behörden erst in letzter Minute genehmigt worden und nur unter der Auflage von vier "ständigen Begleitern", erzählt Bayer. Interviews wurden während der fünfwöchigen Reise immer wieder gestoppt, einige Szenen gelöscht.

Dass das Filmmaterial insgesamt am Ende nicht zensiert wurde, liegt an einem Trick: Das Team reiste kurzfristig über Kathmandu aus, der Hauptstadt Nepals. "Unsere Begleiter hatten dort schon technisch keine Zensur-Möglichkeiten", sagt Steffen Bayer.  

dpa

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