Triumphe und Tragödien

München - Auch bei Pro Sieben wird wieder gesiebt. Morgen startet beim Münchner Privatsender die neue Staffel der "Popstars". Die Bewerber müssen diesmal nicht nur gut singen, sondern auch gut tanzen können.

Die Verantwortlichen bei Pro Sieben dürfen sich die Hände reiben. Für sie ist die Castingshow "Popstars" mit ihren guten Quoten beim jungen Publikum immer wieder ein voller Erfolg. Doch die Nachwuchsbands, die in der Musikshow geformt werden, sehen oft schon nach kurzer Zeit alt aus. Nur die "No Angels" wurden dauerhaft zu Stars, ihre Nachfolger "Brosis", "Overground", "Preluders" oder "Nu Pagadi" verschwanden dagegen rasch von der Bildfläche.

Auch der Karrieremotor der erst wenige Monate alten Gruppe "Monrose" stottert schon ganz erheblich. Zuerst verloren die drei Mädchen beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid gegen Roger Cicero, jetzt mussten sie einige Konzerte ihrer Tournee absagen, weil nicht genug Karten verkauft wurden.

Damit die Sendereihe nicht als Show der Verlierer abgestempelt wird, ändert Pro Sieben nun das Konzept. Mit dem Start der neuen Folgen (ab morgen jeweils donnerstags um 20.15 Uhr) will der Münchner Privatsender mit einigen Neuerungen verhindern, dass auch die Popstars von morgen zu Flopstars werden. Die sechste Staffel hat einen neuen Titel ("Popstars on Stage", was nichts anderes heißt als "Popstars auf der Bühne") und ist extralang - sie hat 28 Folgen und dauert rund ein halbes Jahr.

Die Show begleitet außer der Rekrutierung der Retortenband diesmal auch die Produktion des ersten Albums und die Vorbereitungen für die Tournee, die direkt im Anschluss an die Reihe starten soll. Auf diese Weise will Pro Sieben verhindern, dass es zwischen dem Finale der Show und Tourneestart eine Pause gibt, in der die angehenden Stars in Vergessenheit geraten.

Nicht weniger als 10 966 junge Männer und Frauen haben sich vom kurzlebigen Ruhm vieler sogenannter "Superstars" nicht abschrecken lassen und bewarben sich für die sechste Staffel der "Popstars". Bei Castings unter anderem in Berlin, Bremen und München sichteten die Juroren die Bewerber. In der Jury sitzen diesmal neben Rockröhre Nina Hagen, dem für seinen rüden Umgangston berüchtigten Choreografen Detlef Dee Soost und Musikproduzent Dieter Falk zusätzlich Jane Comerford von der Band "Texas Lightning" und Radiomoderatorin Marusha.

Die Höhepunkte aus den Castings sind in den ersten Folgen von "Popstars on Stage" zu sehen. Die besten Kandidaten werden in einem Workshop gedrillt, in dem regelmäßig Teilnehmer aus dem Rennen fliegen - dabei werden Tränen, Tragödien und Triumphe publikumswirksam ausgeschlachtet.

Die Übriggebliebenen ziehen in eine Wohngemeinschaft, werden auf ihr Leben als Popstars vorbereitet und arbeiten an einer "sexy Bühnenshow" (Originalton Soost) für ihre Tournee - deshalb sollten die Sangestalente diesmal auch besonders gut tanzen können, heißt es beim Sender.

Die Reihe, die auf einem weltweit erfolgreichen, ursprünglich neuseeländischen Konzept basiert, startete im Jahr 2000 im deutschen Fernsehen als Vorreiter des Formats "Castingshow". Die ersten beiden Staffeln liefen auf RTL 2, seit 2003 sind die Popstars bei Pro Sieben zu sehen. Die zuletzt gezeigte fünfte Staffel war die bisher erfolgreichste, das Finale im November vergangenen Jahres mit der Siegerband "Monrose" sahen bis zu 5,83 Millionen Zuschauer.

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