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Tatort

Münchner Tatort

TV-Kritik: Dieser Tatort sprengte den Rahmen

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Mal Kammerspiel, mal Western. Dieser Tatort sprengte den Rahmen der Konvention. 

Gezankt haben sie schon oft in 26 Jahren, und nicht nur einmal hat der eine oder der andere bei der Tätersuche nicht nach den Buchstaben des Gesetzes gehandelt. Doch was Drehbuchautor Holger Joos in diesem Fall für die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) erdacht hat, sprengt den Rahmen der Konvention. Es geht um nichts weniger als um Selbstjustiz, um die Frage, ob Polizist Nemec (Mit-)Akteur einer Operation war, die zum Ziel hatte, einen inhaftierten Mörder zu töten. 

Ein äußerst komplexer, den Zuschauer fordernder Plot, weil die Macher nicht nur einen alten Fall („Die Wahrheit“) fortzuschreiben, sondern auch aktuelle Bilder zu liefern hatten, die alles denkbar sein lassen müssen zwischen Schuld und Unschuld. Das Ergebnis ist im Sinne des Wortes herausragend, nicht zuletzt wegen der perfekten Komposition der verschiedensten Zeit- und Handlungsebenen.

Philip Kochs Regie zieht einen hinein in eine außergewöhnliche Geschichte, die mal Kammerspiel an den unterschiedlichsten Schauplätzen ist und mal Western im Niemandsland einer alten Fabrik, mit blitzsauber gearbeiteten Versionen des möglichen Tathergangs. Ein Krimi, der mit großer Leichtigkeit Gewissheiten zerstört. So war’s! Oder vielleicht doch nicht? Koch und Kameramann Jonas Schmager schaffen stets eine stimmige Atmosphäre, ob in der „Grünen Minna“, in der Klinik oder im Verhörraum. 

Buch und Regie machen „Der Tod ist unser ganzes Leben“ nicht zuletzt zu einem Fest für die Schauspieler – für Gerhard Liebmann als Mörder, vor allem aber für Nemec und Wachtveitl als um ihre Freundschaft ringende Kollegen, die die meiste Zeit im doppelten Sinne des Wortes am Stock gehen. „Was wird aus uns?“ – Leitmayrs bange Frage ist fast eine Art Liebeserklärung an den Kollegen. Das Ende? Nein! Alles wird gut!

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