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Cristiana Capotondi als Sisi und David Rott als junger Kaiser Franz

So war der erste Teil von „Sisi“

Am Donnerstag Abend lief Xaver Schwarzenbergers Neuverfilmung des Lebens von Kaiserin Elisabeth von Österreich im ZDF. Die Kritik: 

Entkitschen wollte er sie, die legendäre Kaiserin von Österreich. Zeigen, was für eine emanzipierte, freiheitsliebende, aber auch machtbewusste Person diese Elisabeth war. Regisseur Xaver Schwarzenberger hat sich viel vorgenommen und prompt verhoben.

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Interview mit Cristiana Capotondi

Dabei fängt seine zweiteilige Verfilmung jener Vita, die Generationen dank Ernst Marischkas „Sissi“-Verfilmungen mitsprechen können, verheißungsvoll entstaubt an. Die Italienerin Christiana Capotondi ist schön wie gemalt, von einer hinreißend vitalen Anmut. So eine macht sich bestens als „Sisi“, doch gegen die hölzernen Dialoge kann auch das charmanteste Lächeln, das heftigste Augenblitzen und prachtvollste Lockenwerfen der Hauptdarstellerin nichts mehr ausrichten. Die Sentenzen, die man der blutjungen Romy Schneider damals in den Mund legte, verströmten ebenfalls wenig weltumspannende Geistesgröße. Doch damit kokettierte in den Fünfzigerjahre-Lustspielen auch niemand. „Sisi“ geriert sich dagegen sehr wohl als Aufarbeitung einer eher trüben Phase österreichischer Geschichte. Die Sätze zur politischen Lage, egal aus welchem Munde sie kommen, stauben allerdings so heftig wie Sachertorte von vorgestern. Das Rebellentum seiner Protagonistin akzentuiert Schwarzenberger anfangs sehr hübsch. Ob Elisabeths und Franz-Josephs Hochzeitsnacht tatsächlich unterm Sternenhimmel stattfand, ist letztlich egal, eine ansehnliche Sequenz ist es allemal.

Doch leider bleibt die Regie dem plausiblen Ansatz der Revoluzzer-Kaiserin nicht treu. Um sich von den Vorgänger-Schmachtfetzen zu unterscheiden, hätte man dieses Leben einmal bis zum Ende erzählen müssen. Mit der Magersucht, den Depressionen und Affären. Hier stirbt zwar das Töchterlein, Franzl muss in den Krieg ziehen, aber zwei Szenen später rumpelt Sisi bereits wieder in ihrer Kutsche übers Land, so munter, als hätte nie ein Wölkchen ihren Seelenhimmel verschattet. Überhaupt, die Kutschen. Rein ins Gefährt, kunstvoll die Röcke gerafft, und schon geht’s wieder raus aus den Ein-, Zwei- oder Vierspännern. Als ob er dem Drehbuch nicht traut, löst sich Schwarzenbergers Kamera nur selten von der pompösen Rösser-Rüschen-und-Reifrock-Ästhetik, mit der bereits Marischka reüssierte. Wie streichelnd gleitet die Kamera über die sanft raschelnden Seidenkleider und kunstvoll gesteckten Frisuren, die funkelnden Diademe und golden befransten Epauletten. Historische Genauigkeit soll das vermitteln.

Und zeigt doch eigentlich nur genau, wohin die elf Millionen Euro verschwunden sind, die diese aufwändige, zwischen Guido-Knopp-Schlaumeier-TV und steifem Rosamunde-Pilcher-Gesülze taumelnde Produktion gekostet hat.

Ulrike Frick

„Sisi“, Teil 2, läuft diesen Sonntag um 20.15 Uhr im ZDF

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