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Behäbiges Tempo: Maria Simon und Horst Krause.

TV-Kritik

Krimineller Leistungsdruck beim Brandenburger Polizeiruf

Von wegen „Fack ju Göhte“! Die Schüler einer Brandenburger Oberschule greifen im neuen „Polizeiruf“ (ARD) zu weit drastischeren Mitteln. Die TV-Kritik zum Polizeiruf am Sonntag.

Von wegen „Fack ju Göhte“! Die Schüler einer Brandenburger Oberschule greifen im neuen „Polizeiruf“ (ARD) zu weit drastischeren Mitteln, um ihren Lehrern die Flötentöne beizubringen. Besonders die stets mokant lächelnde Rektorin (absolut herausragend in ihrer Vielschichtigkeit: Corinna Kirchhoff) ist den Schülern ein Dorn im Auge. Und einigen Lehrern ebenfalls.

Eine Rohrbombe ist hochgegangen im Direktorat, eine Referendarin (Kim Schnitzer) wurde schwer verletzt. Die Brandenburger Ermittlerin Olga Lenski (Maria Simon) und ihr Kollege, Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause) begeben sich zwischen Lehrerzimmer und Pausenhof auf Spurensuche. Dabei setzt Regisseurin Angelina Maccarone wie üblich auf die leisen Töne. Scheinbar sanft und doch deutlich übt sie Kritik an der deutschen Bildungspolitik mit übervollen Lehrplänen und überforderten Lehrern, an überfürsorglichen Eltern und überbordendem Leistungsdruck.

Drehbuchautorin Kristin Derfler spricht alle diese aktuellen Probleme an und zwingt den Zuschauer geschickt dazu, für eine Person Partei zu ergreifen. Gelegentlich wird es allerdings ein bisschen zu viel des Hin und Her, worunter die Spannung etwas leidet. Die unaufgeregte, oft schon irritierend ruhig gefilmte Folge „Hexenjagd“ ist in den Momenten am stärksten, in denen Maccarone die Überforderung aller Beteiligten, den Hochdruck im Hexenkessel, mit knappen Gesten zeigt.

Das behäbige Tempo passt gut zur Mark Brandenburg und seinen etwas bräsigen Ermittlern, die immer mehr zu einem glaubwürdigen Team verschmelzen. Eigentlich schade, dass Krause, der seit dem Jahr 1999 wechselnden Kommissarinnen als bodenständiger Sidekick dient, samt Motorrad und Hund demnächst in Rente geschickt werden soll.

Ulrike Frick

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