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In der ARD

TV-Kritik zu Kurt Landauer: Tröstende Kraft des Fußballs

München - Geschickt haben Autor und Regisseur um die Figur des von Josef Bierbichler großartig gespielten Kurt Landauer herum ein spannendes Drama über München nach der Stunde Null gewoben: Lesen Sie die TV-Kritik zu "Landauer".

Eigentlich will er sich nicht länger als nötig in einem Land aufhalten, in dem man seine ganze Familie umbrachte, und aus dem er während des „Dritten Reichs“ nur knapp entkam. Er will sich nur sein Visum abholen und endgültig in die USA gehen. Doch als er das Elend im zerbombten München sieht, ist Kurt Landauer tief bewegt. Und entschließt sich, zu bleiben. Aber nur so lange, bis er seinem vor dem Krieg mit viel Liebe aufgebauten Fußballklub, dem FC Bayern München, wieder auf die Beine verholfen hat.

Regisseur Hans Steinbichler und seinem Drehbuchautor Dirk Kämper ist mit „Landauer“ (ARD) eine elegante Mischung aus Fakten und Fiktion gelungen. In opulenten Bildern erzählen sie von der tröstenden, den Selbstwert steigernden, Gegensätze überwindenden Kraft des Fußballs. Trotzdem ist „Landauer“ kein Film, der in schlichten Strukturen argumentiert, der auf dem Platz nur Freund oder Feind kennt.

Geschickt haben Kämper und Steinbichler um die Figur des von Josef Bierbichler großartig gespielten Kurt Landauer herum ein spannendes Drama über München nach der Stunde Null gewoben, das sie mit Originalaufnahmen der zerstörten Stadt auch eindrucksvoll illustrierten. Da gerät der zugegeben immer hübsch in Szene gesetzte Fußball eher zur Nebensache. Landauers Biografie als „Bayer und Jud“ gäbe genügend Stoff her für eine ganze Serie.

Vielleicht liegt es an der immensen Stofffülle, dass manche Nebenfiguren und Handlungsstränge bis zum imposanten Schlussbild eher verzichtbar erscheinen. Andere wie jener mit dem Buben und seinem SS-Vater sind es nicht.

Ulrike Frick

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