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Opfer oder Täter? Cornelius Obonya spielt den schmierigen Politiker Raoul Ladurner im ORF-„Tatort“ mit großer Überzeugungskraft (hier mit Gerti Drassl, re.)

Am Ende erfüllen sich die Klischees

TV-Kritik zum Tatort aus Wien: Mit Grüßen aus Ibiza

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Die schmutzigsten Geschichten schreibt immer noch der reale Politzirkus. Da kann Österreichs Erfolgsautor Uli Brée noch so unverfroren dichten, wie er will.

Sein „Tatort: Glück allein“, in dem es um korrupte Politiker, eine russische Oligarchin und einen despotischen Abgeordneten geht, bleibt angesichts der aktuellen politischen Lage in Österreich ein müder Abklatsch der wahnwitzigen Wirklichkeit.

Dabei schillern sie durchaus, die Figuren, die im Wiener Fall die Strippen ziehen. Cornelius Obonya spielt so eine – als Abgeordneter Raoul Ladurner, der Bestechung und Korruption in den eigenen Reihen anprangert, hat er sich nicht gerade Freunde gemacht. Gab es deshalb einen Überfall auf sein Eigenheim, bei dem die Ehefrau getötet und die Tochter lebensgefährlich verletzt wird?

Tatort aus Wien um korrupte Politiker: Schwächer als die Realität

Die Kommissare Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) wollen es herausfinden, auch wenn ihr Vorgesetzter Ernstl sie beim gemeinsamen Gulaschessen zurückpfeift. Eine Tiroler Kollegin (wunderbar: „Vorstadtweiber“-Star Gerti Drassl) soll einspringen. Doch ihr Verhältnis zum Ladurner ist nicht gerade professionell.

Es steckt Musik in diesem „Tatort“ mit seinen fein gedrechselten Dialogen, den Dialekten, der kleinen Seelenschau von Moritz Eisner, der sich von Ladurner an seinen eigenen dominanten Vater erinnert fühlt, und dem spannungsreichen Spiel um die Kompetenzen. Und trotzdem fehlt der Geschichte die Überzeugungskraft.

Beliebte Kommissarin hört beim Tatort auf - doch das hat einen Haken

Vieles in diesem reichlich konstruierten Krimi bleibt ungeklärt. Dafür erfüllen sich am Ende von Catalina Molinas Inszenierung die Klischees: Der Eisner hat (natürlich) den richtigen Riecher, der Ladurner ist ein manipulatives Schwein, die Tiroler Kollegin versagt im Polizeidienst, und die Bibi ist eh die Beste. Willkommen in Österreich. 

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Das skandalöse Ibiza-Video zerstörte die politische Karriere von Heinz-Christian Strache. Seine Frau Philippa glaubt aber nicht das seine Karriere vorbei ist.

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