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Tatort: Borowski und das Land zwischen den Meeren

Axel Milberg ermittelt wieder solo

TV-Kritik zum Kieler Tatort mit Borowski: Die Spannung behielt Oberwasser

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Im neuen Tatort aus Kiel ermittelt Kommissar Borowski alias Axel Milberg ohne seine Kollegin Brandt (Sibel Kekili). Christine Paul glänzt als Femme Fatale.

Was passiert, wenn auf einer kleinen Insel ein Mord geschieht? Wenn das friedlich wirkende Eiland, umspült von Wasser, zum Gefängnis für all jene wird, die sich gegenseitig verdächtigen? Kommissar Borowski wagt sich in seinem ersten Solofall seit der Versetzung von Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ins nordfriesische Wattenmeer und ermittelt auf der fiktiven Insel Suunholt. Dabei droht die Logik in diesem Tatort manchmal unterzugehen, die Spannung aber behält Oberwasser.

Suunholt - ein Fleckchen Erde gebastelt aus dem Besten, was der Norden zu bieten hat: Im TV-Kosmos trifft die weite Dünenlandschaft Amrums auf Felder nahe der Ostsee, die Kamera mixt Bilder von Nordstrand mit Impressionen aus Heiligenhafen und Fehmarn. Doch so imposant die Aufnahmen sind - Regisseur Sven Bohse (Ku’Damm 56) inszeniert seinen Krimi nicht als touristischen Werbefilm für das Land zwischen den Meeren, sondern als bildgewaltiges Werk, das mutig zwischen Traum und Wirklichkeit mäandert. 

Atmosphärisch dichter Film mit bemerkenswerter Bühne

Selten hat man Axel Milberg als Kommissar wind-zerzauster, misstrauischer und grüblerischer erlebt. Er ist fasziniert von der friesischen Femme fatale Famke (Christiane Paul), die ihren Geliebten tot in der Badewanne gefunden hat. Und gleichzeitig ahnt er, dass hinter dem Mord an dem korrupten Kieler Geschäftsmann mehr steckt. Das Unheil brodelt hinter der oft zitierten „Mauer des Schweigens“, auf die Borowski bei seinen Nachforschungen stößt. 

Berlin-„Tatort“: Ein irrer Film im Film im Film

Die Autoren Peter Bender, Benjamin Braeunlich und Sven Bohse scheinen dem naturgewaltigen Szenario allein nicht zu trauen und zaubern obendrein noch die alte Rungholt-Legende aus der norddeutschen Seemannskiste. Der Sage zufolge sind die Einwohner der reichen Insel vor Jahrhunderten von Gott mit einer Sturmflut für ihr lästerliches Verhalten bestraft worden. Das Eiland, von dem Theodor Storm in seiner Novelle Eine Halligfahrt erzählt, versank im Meer. Ein großartiger, dramatischer Stoff, der im Tatort lediglich für eine Prise Mystik herhalten darf. Sei’s drum. Bohse gelingt mit diesem Krimi ein atmosphärisch dichter Film, der Axel Milberg und Christiane Paul eine bemerkenswerte Bühne bietet.

Astrid Kistner

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