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Merkur-Redakteurin Katja Kraft.

Merkur-Kommentar

TV-Programm der Öffentlich-Rechtlichen: Mehr Mut zum Experiment

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Es ist ein nicht enden wollendes Ärgernis: Die besten Dokumentationen, die größte Filmkunst verstecken die öffentlich-rechtlichen Sender irgendwo im Nachtprogramm. Ein Kommentar von Merkur-Autorin Katja Kraft.

Es gibt die einen Zuschauer, die schulterzuckend brummen: „Das war doch schon immer so.“ Sie programmieren ihre Festplatte, die die visuellen Delikatessen des Nachts dann automatisch speichert. Und es gibt die anderen, die den Fernseher ganz abschaffen. Um nur noch per Mediathek das anzuschauen, was sie interessiert – zu einer Zeit, die ihnen passt.

Klar, die Möglichkeit der Sichtung via Mediathek ist ein Vorteil. Aber was ist mit denen, die kein Internet oder keinen geeigneten Computerbildschirm haben, der den Film in der Qualität wiedergibt wie das TV-Gerät es jahrelang verlässlich getan hat? Ein schlechter Internetempfang kann einem außerdem jeden Filmgenuss verleiden.

Während diskutiert wird, den Rundfunkbeitrag um 30 Cent zu senken, die Sender aber darauf pochen, dieses Geld dringend zu benötigen, möchte man den Verantwortlichen zurufen: Bei diesem Anspruch haltet die Qualität – und gönnt den Zuschauern ein Programm, das Experimente nicht nur zu Zeiten wagt, in denen eh keiner mehr hinschaut. Zumal dann, wenn es sich um von den Sendern geförderte Projekte handelt. Sollte nicht gerade hier der Wunsch sein, ein möglichst großes Publikum zu erreichen? Das gibt’s nach 23 Uhr aber leider nur, wenn 22 Männer einem Ball hinterherrennen.

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