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Verständigung schwierig: Kommissar Jans Stellbrink (Devid Striesow) lernt die Gebärdensprache.

"Totenstille" mit Devid Striesow

"Tatort"-Kritik: Alles in diesem Film wirkt wie aufgesagt

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Oben gibt’s wilden Sex, unten übersetzt eine Gebärdendolmetscherin eine Trauerrede – stärker könnten die Kontraste kaum sein am Anfang dieses "Tatorts" aus Saarbrücken. Eine TV-Kritik. 

Das leicht Verrückte, dass diese ersten Szenen charakterisiert und einen etwas anderen Krimi verspricht, wird in „Totenstille“ nach und nach von dramaturgischen Stereotypen erstickt.

Dabei sprengen die Verhöre und Befragungen die üblichen Sehgewohnheiten – man verfolgt fasziniert die Gebärdensprache, taucht ein in eine Welt, in der Verständigung anders funktioniert als im „normalen“ Dialog. Man merkt dem von Devid Striesow gespielten Kommissar Jens Stellbrink die Freude an, mit der lernen will, seinen Horizont zu erweitern, ohne dabei seine Autorität als Polizist zu gefährden. „Ich will die Wahrheit wissen“ – einer seiner wichtigsten Sätze in der neuen „Sprache“.

Schade daher, dass Autor Peter Probst und Regisseur Zoltan Spirandelli über die Herausforderung, die die Einbeziehung Gehörloser in eine Krimihandlung darstellt, die Figurenzeichnung gänzlich außer Acht gelassen haben. Ob es sich um das tragisch endende Schäferstündchen im Hotel handelt, um die Stimmung im Hause des verstorbenen Gehörlosenschulleiters oder um den Mord am See – echte Gefühle sind nicht spürbar in diesem Film, alles wirkt wie aufgesagt.

Keine Trauer von Hauptfigur Ben Lehner (Benjamin Piwko) um seine tote Freundin. Keine Trauer von Hilde Reichert (Lena Stolze) um ihre tote Tochter. Die stets einsturzgefährdete Konstruktion von „Totenstille“, die genretypisch auf eine Reihe von potenziell Verdächtigen gebaut ist, treibt – mit Ausnahme des Kommissars – diesem Film nach und nach jedes Leben aus. Und würde ein Erpresser die soeben erpresste Summe wirklich sofort der Liebsten auf den Tisch blättern, ohne kritische Fragen zu riskieren?

Die Saarbrücker wollten mit Devid Striesows Roller fahrendem Ermittler etwas Eigenes schaffen im „Tatort“-Land, irgendwo zwischen Action, Drama und Komödie – mit dieser Folge sind sie in der Verwechselbarkeit angekommen. 

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