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Die Krankheit macht Rudi Assauer zu schaffen: Die "Uhr", die der Alzheimer-Patient vor laufender Kamera zeichnete, zeigt, wie schwer es den EX-Schalke-Manager getroffen hat.

Weg in die Dunkelheit: Assauers Kampf gegen Alzheimer

Mainz - Unzählige Mal stand Rudi Assauer im Rampenlicht - als Manager des FC Schalke 04. Jetzt dreht sich alles um die Krankheit - ein TV-Team hat Assauer begleitet bei seinem Kampf gegen Alzheimer.

Er war der Macher, der gerne in der Öffentlichkeit stand, ein Manager, dessen Namen man besser kannte als die Namen der bekanntesten Spieler „seines“ FC Schalke 04. Doch nun vergisst Rudi Assauer immer mehr und immer schneller – Namen, Orte und seine eigene Biografie. Seit zwei Jahren weiß der 67-Jährige, dass ihn das gleiche Schicksal getroffen hat, das bereits seine Mutter und seinen älteren Bruder traf – Alzheimer.

Doch er will sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen und zeigen, dass ein Leben in Würde trotz Demenz möglich ist. Vor mehr als einem Jahr entschließt sich Rudi Assauer zu dem „wohl mutigsten Schritt seines öffentlichen Lebens“, wie das ZDF formuliert. Er willigt ein, dass ihn ein Team des Mainzer Senders bei seinem Kampf gegen die Krankheit begleitet.

Autorin Stephanie Schmidt durfte für ihren Beitrag „Rudi Assauer – Ich will mich nicht vergessen“ aus der Reihe „37 Grad“ (ZDF, heute, um 23.15 Uhr) über Monate hinweg Situationen beobachten, die für Rudi Assauer zunehmend zur Herausforderung werden – ein Stadionbesuch, bei dem er Prominente trifft, deren Namen ihm längst entfallen sind, Anekdoten, in denen er sich nicht mehr wiedererkennt, Klinikbesuche, die deutlich machen, wie schnell die Krankheit fortschreitet. Familienmitglieder und prominente Freunde erzählen in Interviews von ihrem Weg mit Rudi Assauer, der zwischen 1981 und 1986 und dann wieder von 1993 bis 2006 die Geschicke von Schalke 04 lenkte.

Assauers Familie schützt ihn und schirmt ihn in der Öffentlichkeit ab. Doch im Lauf der Zeit zeigt sich, dass die Krankheit für seine Ehe zur Herausforderung wird. Inzwischen sind Assauer und seine 21 Jahre jüngere Frau Britta getrennt, der 67-Jährige ist zu seiner Tocher gezogen.

Über einen Mangel an Aufmerksamkeit können sich nun weder der prominente Patient noch das ZDF beklagen. Die Nachricht vom Schicksal Assauers, das das Schicksal so vieler Menschen ist, bestimmte tagelang die Schlagzeilen. Dies sei, so heißt es beim ZDF, „vielleicht sogar der größte Sieg des Rudi Assauer“.

Dieter Paul Adler

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