"Umweltschutz muss sexy verpackt sein"

München - Die Temperaturen steigen über 40 Grad, das Wasser wird knapp. Schon liegen Teile des Rheins trocken. Duschen ist unmöglich, Baden verboten. Auf dem Lande blökt in den Ställen verzweifelt das dürstende Vieh. Der Notstand ist da in dem Film "Die Hitzewelle ­ Keiner kann entkommen", den Sat.1 heute um 20.15 Uhr zeigt.

Die Hauptdarsteller Susanna Simon und Johannes

Brandrup zum Kathastrophenfilm "Die Hitzewelle"

Die Frage, ob es noch legitim ist, die realen Ängste dieser Zeit zu einem Stück gruseliger TV-Unterhaltung zu verarbeiten, bejaht Hauptdarstellerin Susanna Simon: "Gerade weil solche Themen wie Klimawandel und Klimaschutz so strapaziert sind, dass viele schon nicht mehr hinhören." Die Aufforderung, mit unserer Umwelt schonender umzugehen, müsse deshalb spannend verpackt werden, müsse irgendwie sexy sein, damit die Leute hinschauen und eigene notwendige Konsequenzen ziehen.

Simon spielt die Hydrologin Martina Fechner, die als Krisenmanagerin eingesetzt wird und ihre bedrohte Umwelt mit rigorosen Maßnahmen zu retten versucht. Fechner ist so ohne jeden Tadel, dass man fast erleichtert zusieht, wie sie sich im gefährdeten Stausee ein verbotenes Bad gönnt. Bade- und sonstiger Partner im Film und eigentlich ihr Gegner ist Johannes Brandrup als Dirk Berger, ein Hydrologe aus dem anderen Interessenlager.

Das Bad fand übrigens an Deutschlands zweithöchster Staumauer statt, an der in den 90er-Jahren vollendeten Talsperre Leibes-Lichte in Thüringen, bei den im letzten verregneten Sommer nicht seltenen Wassertemperaturen von fünf Grad. "Wir haben ganz schön gebibbert", erzählt Brandrup, "und im Film sieht es aus, als würden wir vor Hitze kaum noch krauchen können."

Zum Grundthema äußert sich der Schauspieler gedämpft optimistisch: "Große Gefahren sind da, ohne Zweifel. Aber ich vertraue der Kraft des Menschen, sich Lösungen einfallen zu lassen und das Schlimmste abzuwenden." Die Rückkehr ins mehr düstere Fach nach Ausflügen als "Märchenprinz" in TV-Komödien empfand der in Filmen wie "Paulus" oder "36 Stunden Angst" bekannt gewordene Brandrup als erfreuliche Abwechslung.

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