Ich bin ein Unterhaltungsfaktor

München - Mit dem Bestseller "Der Schwarm" wurde Frank Schätzing zum Starautor, jetzt sind erstmals zwei seiner Romane verfilmt worden: RTL zeigt am Sonntag um 20.15 Uhr den düsteren Thriller "Die dunkle Seite" über die schlagkräftige Privatdetektivin Vera Gemini (Melika Foroutan), die in eine mörderische Verschwörung gerät.

Und bereits am kommenden Donnerstag ist um 20.15 Uhr der mit viel schwarzem Humor ausgestattete Krimi "Mordshunger" zu sehen, in dem Kommissar und Hobbykoch Romanus Cüpper (Hans-Werner Meyer) einen Mord aufklären muss.

-Zwei Ihrer Romane sind jetzt verfilmt worden. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Die Bücher wurden natürlich dramaturgisch verändert, doch beide Filme geben den Geist der Vorlagen durchaus wieder. Man kann ein Buch nun mal nicht eins zu eins verfilmen, schon aus Zeitgründen nicht, da muss das ein oder andere eingedampft werden. Ich bin mit dem Resultat äußerst zufrieden.

-Ihr bekanntestes Werk "Der Schwarm" soll ja sogar in Hollywood verfilmt werden.

Wir sind zurzeit in der Drehbuchentwicklung. Wir konnten Ted Tally dafür gewinnen, der seinerzeit den Oscar für das Drehbuch zu "Das Schweigen der Lämmer" bekommen hat. Außer Produzent Michael Souvignier sind als Co-Produzenten noch Dino de Laurentiis und schließlich Uma Thurman dabei, die voraussichtlich auch als Hauptdarstellerin zu sehen sein wird. Schätze, nächstes Jahr werden wir drehen.

-Klingt nach einem ganz schön teuren Projekt.

Das Ganze wird um die 100 bis 200 Millionen Dollar kosten. Die Geschichte ist halt sehr aufwändig, 40 Meter hohe Tsunamis, Wal-Attacken, ein amorphes Tiefseemonster, das muss perfekt aussehen. Und ein paar Stars wären ja auch ganz nett.

-Wie kam es zu dem Projekt?

Kaum dass der Roman erschienen war, kamen die Anrufe aus Hollywood. Offen gestanden, mein Verleger und ich waren leicht überfordert, keiner von uns kannte sich in diesem Markt aus. Glücklicherweise empfahl mir Michael Crichton seinen Agenten, und der war Gold wert. Der klärte uns erst mal auf, welche der Angebote überhaupt seriös waren ­ und verhalf uns schließlich zu einem wirklich guten Deal.

-Der Held von "Mordshunger" ist Kommissar und Hobbykoch. Sie kochen ebenfalls ganz gern...

Das Kochen ist seit bestimmt 20 Jahren eine meiner großen Leidenschaften, und bei befreundeten Sterneköchen habe ich mir abgeguckt, was nur irgendwie ging. Ich habe Spaß daran, mich den ganzen Tag in die Küche zu stellen und Essen vorzubereiten. Den schwarzen Gürtel habe ich in jeder Art von Risotto. Ich kann mich aber auch an der Zubereitung eines ausgefeilten Fünf-Gänge-Menüs für Freunde so richtig erfreuen. Leider habe ich viel zu wenig Zeit dafür.

-Schreiben Sie denn schon am nächsten Buch?

Gerade eben schreibe ich wieder an einem neuen Thriller. Dabei bin ich gar nicht so versessen auf Bücher, ich würde mich auch nicht unbedingt in erster Linie als Schriftsteller bezeichnen. Ich bin ein Unterhaltungsfaktor. Die Literatur ist eine Facette, aber mich interessiert eigentlich Kreativität als Ganzes. Vor allem Musik. In den letzten Jahren habe ich einige Soundtracks komponiert, zum Beispiel den für "Mordshunger", schreibe nebenbei Songs, und vor der Kamera gefällt's mir auch immer besser. Mal sehen, was noch alles auf mich zukommt.

Das Gespräch führte Martin Weber

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