News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Das Schlimmste stand zu befürchten. Nachdem sich Markus Lanz bei seinen ersten beiden Auftritten manch Unglückliches samt Eitelkeiten geleistet hatte, konnten wohl nur 100-Prozent-Fans seinem dritten Versuch bei „Wetten, dass...?“ unbefangen entgegensehen.

TV-Kritik

Wetten, dass..?: Mit vereinten Kräften gestemmt

Freiburg - Das Schlimmste stand zu befürchten. Nachdem sich Markus Lanz bei seinen ersten beiden Auftritten manch Unglückliches samt Eitelkeiten geleistet hatte, konnten wohl nur 100-Prozent-Fans seinem dritten Versuch bei „Wetten, dass...?“ unbefangen entgegensehen.

Die gute Nachricht: Den 8,89 Millionen Zuschauern (im November waren es noch 10,74 Millionen) blieb die Fremdscham der vergangenen Ausgaben erspart. Stattdessen sahen sie eine Live-Übertragung aus Freiburg, die man mit ein wenig gutem Willen als angenehme Unterhaltung bezeichnen könnte.

Die Gründe dafür sind sicher auch beim Moderator zu suchen. Lanz sparte sich die devote Bewunderung, mit der er sich sonst an seine Talk-Gäste heranschmeißt. Dass ihm zu den Auftritten von Pink und Alicia Keys nur das einfiel, was ihm immer zu weiblicher Prominenz einfällt („tolle Frau“), mochte man ihm nachsehen. Immerhin ging der lobhudelnde Phrasen-Absonderer diesmal nicht mit ihm durch. Hilfestellung kam vom Gäste-Sofa. Mit Ausnahme der US-Pop-Ikone Pink, die sich, wohl von Tom Hanks gewarnt, nach einem Couch-Intermezzo wieder verabschiedete, saß auf Lanz’ Opferbank nur deutsche Prominenz. Gut für den viel Kritisierten: Die Gäste brachten sich selbst langsam in Fahrt.

Zoten-Opa Karl Dall durfte einfach jeden Witz machen. Darum gebeten, einen Fußball zu signieren, sagte er: „Das letzte Autogramm, das ich gegeben hab’, ist gerade eingeschult worden.“ Die Schauspieler Heino Ferch und Maria Furtwängler ließen sich zu einer spontan gespielten Liebes-Szene überreden. Und die von Lebens-Bejahung dauerbedröhnte Nena predigte den Eso-Firlefanz von Harmonie, Freude und dem „Lotus-Effekt“, der jede Art von Kritik an ihr abperlen lässt.

Leichtgläubige könnten nun meinen, Lanz habe sich vor der Sendung mit einer guten Portion Lotus-Blüten eingeschmiert. Denn spätestens mit Beginn der „Lanz-Challenge“ bekam er die Show in den Griff. Die Aufgabe: drei Tannen mit der Handsäge kappen und einsacken. Wie ein Wilder ließ er seine Tiroler Oberarme wirbeln, sägte Jura-Student Timon in Grund und Boden. Die Belohnung fürs Verlieren: eine New-York-Reise.

Nena gefiel Lanz’ Großzügigkeit besonders. Weil: Verlierer sind ja auch Gewinner! Ihr Wett-Pate Max Fabian, der eine Torwand auf dem Kinn balancierte und sich von zwei Spielern von Energie Cottbus abschießen ließ, gehörte auch in diese Kategorie. Zum Wett-König kürte das Publikum aber einen Gewinner: den Paddelclub Illingen, der zehn Kinder über 25 Kajaks laufen ließ, während die Kanuten im Sekundentakt Eskimorollen hinlegten. Eine so nervenzerreißende Wette, dass sich die angenehm zurückhaltende Außenmoderatorin Cindy aus Marzahn per Sprung ins Nass eine Abkühlung gönnte.

Die Qualität der Wetten war auch ein Grund dafür, dass der Show nicht vorzeitig die Luft ausging. Comedian Olaf Schubert fühlte sich – in Anspielung auf Nena – „in meiner Mitte“. Und Maria Furtwängler war so entspannt, dass sie sich sogar zu einer Kritik am ZDF hinreißen ließ, das ihren neuen Tatort ignoriere: „Ich bin die Einzige, die keinen Einspieler hat.“

Am Ende der Sendung, die mit Musik-Acts von Lang Lang bis zu den Fantastischen Vier ziemlich verschwenderisch umging, war so etwas wie ein kollektives Aufatmen zu spüren. Nicht, weil Lanz neben Alfons Schuhbeck und Alexander Herrmann einen nicht ganz ernst gemeinten Chippendale-Auftritt hinlegte – die Einlösung der verlorenen Publikumswette aus der letzten Show. Sondern weil man das Ding mit vereinten Kräften gestemmt hatte. Mit dieser Erfahrung im Rücken könnte es Lanz gelingen, den Showriesen auf Kurs zu bringen. Zumindest, wenn er lernt, dass peinlich nicht gleich lustig ist. Und wenn dann das ZDF noch lernt, dass die Überziehung der Sendezeit – diesmal 35 Minuten – die Show nicht größer macht.

Andernfalls ergeht es Show und Moderator vielleicht wie jenen Jutesäcken, in denen Lanz in seiner zweiten Sendung herumhüpfte. Die landen nämlich nun im Sackmuseum in Nieheim, das mit folgenden Zeilen um die Spende gebeten hatte: „Wir freuen uns über jeden neuen Sack.“

"Wetten, dass..?": Lanz ruhiger - aber internationale Stars fehlen

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Von Marcus Mäckler

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