Verrat durch die eigene Familie

- Ironie des Schicksals - ausgerechnet im Jahr des Mauerbaus, 1961, wird Jörg Hejkal in Halle geboren. Sein Vater ist Offizier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Der Beruf des Vaters prägt früh das Verhältnis der beiden zueinander. Während sich der Vater ausschließlich dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in der DDR verpflichtet fühlt, begehrt der Sohn bereits als Jugendlicher auf. Sine Distanz zum Staat machen ihm den Vater, der für sein Land alles zu tun bereit ist, zum ärgsten Feind.

Als er 17 Jahre alt ist, findet Jörg Hejkal im Kleiderschrank seiner Eltern Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass ihn sein Vater systematisch ausspioniert. Der Fund dieser Aufzeichnungen wird zum Auslöser für einen ersten Fluchtversuch, in dessen Folge der junge Mann für zwei Jahre im Gefängnis landet, und die Ereignisse der Zeit danach. Im Jahr 1984 nämlich schließt sich Hejkal einer Gruppe an, die via Flucht in die amerikanische Botschaft in Ostberlin die Ausreise in den Westen erzwingt.

Susanne Jägers Film "Vater und Feind" (2006) erzählt anhand von Jörg Hejkals Erinnerungen, den Berichten des linientreuen Vaters, Interviews mit Zeitzeugen und nachgestellten Szenen die Lebensgeschichte des DDR-Flüchtlings. Außerdem begleitet die Autorin ihren Protagonisten, der heute in Köln lebt, bei einem Besuch seiner Eltern in Halle. Die preisgekrönte Dokumentation legt die Emotionen frei, die sich aus einer dramatischen Erfahrung ergeben - der des Verrats durch die eigene Familie.mm

3 sat, heute, um 20.15 Uhr.

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