Verständnisvoller Kommissar

- Wenn eine Familie zerbricht, leiden nicht nur die Frauen. Auch die "Trennungsväter" und deren Kinder haben ihr Päckchen zu tragen - manchmal so schwer, dass sie Feuer legen und gar zu Mördern werden. Oder zu ach so verständnisvollen Kommissaren . . .

Thomas Bohns (Buch und Regie) neuester Hamburger "Tatort" (ARD) mit dem Titel "Feuerkämpfer" trieft geradezu vor Betroffenheit. Hauptkommissar Jan Castorff (Robert Atzorn), selbst ein Trennungsvater, ist einem Mörder und Brandstifter auf der Spur, der eine von den Männern enttäuschte und verbitterte Rechtsanwältin erschlagen haben soll. Schnell ist klar, dass einer der gequälten, von den Kindern isolierten Väter die Finger im Spiel hat. Und auch die Tochter des Opfers (Annett Renneberg), natürlich selbst geschundenes Scheidungskind, hat ein Motiv.

Das alles erzählt Bohn derart langatmig und vorhersehbar, dass man selbst den Schauspielern ihre Langeweile anzusehen meint. Ohne jegliches Engagement werfen sie sich Sätze zu wie: "Wo die Liebe hinfällt, passieren seltsame Dinge. Wo sie aufhört, erst recht." Um allwissend zu nicken und in allgemeiner Resignation über die Schlechtigkeit der Welt zu versinken.

Da nutzt nicht einmal die Liebesgeschichte zwischen Castorff und der neuen Staatsanwältin (Ursula Karven) etwas. Bis zum ersten Kuss der beiden ist der Zuschauer längst auf dem Sofa eingeschlafen . . .

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mordfall Mirco: Eltern bei ZDF-Vorpremiere mit Heino Ferch
Das Schicksal von Mirco hat vor sieben Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Junge wurde entführt, ermordet und verscharrt. Jetzt ist der Fall Mirco wieder da: Als …
Mordfall Mirco: Eltern bei ZDF-Vorpremiere mit Heino Ferch
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Die Biene Maja kennt man seit den 70er-Jahren als Kinderserie im TV. Jetzt warf Netflix eine Folge der neuverfilmten Serie aus dem Programm. Der Grund dafür ist …
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wegen eines Warnstreiks verzichtete der WDR-Sender 1Live in den frühen Morgenstunden eine Stunde lang auf jegliche Redebeiträge und sendete stattdessen nur Musik.  
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm

Kommentare