Verständnisvoller Kommissar

- Wenn eine Familie zerbricht, leiden nicht nur die Frauen. Auch die "Trennungsväter" und deren Kinder haben ihr Päckchen zu tragen - manchmal so schwer, dass sie Feuer legen und gar zu Mördern werden. Oder zu ach so verständnisvollen Kommissaren . . .

Thomas Bohns (Buch und Regie) neuester Hamburger "Tatort" (ARD) mit dem Titel "Feuerkämpfer" trieft geradezu vor Betroffenheit. Hauptkommissar Jan Castorff (Robert Atzorn), selbst ein Trennungsvater, ist einem Mörder und Brandstifter auf der Spur, der eine von den Männern enttäuschte und verbitterte Rechtsanwältin erschlagen haben soll. Schnell ist klar, dass einer der gequälten, von den Kindern isolierten Väter die Finger im Spiel hat. Und auch die Tochter des Opfers (Annett Renneberg), natürlich selbst geschundenes Scheidungskind, hat ein Motiv.

Das alles erzählt Bohn derart langatmig und vorhersehbar, dass man selbst den Schauspielern ihre Langeweile anzusehen meint. Ohne jegliches Engagement werfen sie sich Sätze zu wie: "Wo die Liebe hinfällt, passieren seltsame Dinge. Wo sie aufhört, erst recht." Um allwissend zu nicken und in allgemeiner Resignation über die Schlechtigkeit der Welt zu versinken.

Da nutzt nicht einmal die Liebesgeschichte zwischen Castorff und der neuen Staatsanwältin (Ursula Karven) etwas. Bis zum ersten Kuss der beiden ist der Zuschauer längst auf dem Sofa eingeschlafen . . .

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