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Die Schauspieler (v.l.) Friedrich Mücke, Alina Levshin und Benjamin Kramme bei den Dreharbeiten zu ihrem zweiten Fall "Der Maulwurf." 

Ein Versuch über Loyalität und Verrat

"Tatort": Den Erfurtern fehlt noch das Profil

Erfurt - "Tatort"-Jugend bei der Arbeit: Im zweiten Fall aus Erfurt ermittelte erneut das Nachwuchs-Team um Friedrich Mücke. "Der Maulwurf" beginnt vielversprechend - doch ein Profil fehlt noch.

Wenn die (Ex-)„Freundin“ des entflohenen Häftlings oder der frustrierte Ex-Polizist die Fragen der Kommissare beantworten, werfen die einander kurze Blicke zu, die dem Zuschauer „Ah, interessante Aussage!“ sagen (sollen). Und wenn die Kommissarin sich der Lösung des Falles entgegengrübelt, dann sieht man richtig, wie es in ihrem Kopf arbeitet. Ein junges Team für junge Zuschauer wollten die „Tatort“-Macher in Erfurt installieren, doch auch bei ihrem zweiten Auftritt können Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und Alina Levshin ihren Ermittlerfiguren kein Profil geben.

Henry Funck, der Korrekte, Maik Schaffert, der Impulsive, Johanna Grewel, die Intuitive – so war es wohl gedacht. Doch im Spiel ihrer Darsteller bleiben die drei Charaktere seltsam blass. Vielleicht deshalb wirken die meisten Szenen wie aus dem Lehrbuch für preiswerte Vorabendserien – hier die Polizisten, da die Sonstigen, alles ohne innere Spannung aneinandergereiht, gefilmt in austauschbaren Ambiente (Regie: Johannes Grieser).

Dabei hätte die Folge „Der Maulwurf“ (Buch: Leo P. Ard und Michael B. Müller), die vielversprechend beginnt, eine gute Geschichte werden können über einen Totschläger, der sich dafür rächen will, dass man ihn für seine Tat bestraft, über Polizisten in Angst vor Attacken aus dem Dunkeln, über die Frage, wer in den Reihen der „Guten“ einst falsch spielte. Doch auch die anderen Personen in diesem Versuch über Loyalität und Verrat bleiben einem fremd, da mag sich Oliver Stokowski als einstiges Opfer, das nun selbst zum Täter wird, noch so abmühen. Das auch sonst leider allzu oft praktizierte Casting nach Schublade gibt diesem Krimi den Rest. Hat man nicht irgendwie gleich geahnt, dass Christian Redl (wieder einmal) den Bösen spielen muss?

Die „Tatort“-Jugend bei der Arbeit, mit allen (Anfänger-)Fehlern und Frustrationen, das könnte ein spannendes Thema sein. Nur sollte man den alles andere als untalentierten Schauspielern dann auch endlich mal zu einem wirklich packenden Plot verhelfen, an dem sie sich beweisen können.  

Rudolf Ogiermann

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