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Die Untertanen finden die Partnerwahl fragwürdig: Prinzessin Victoria von Schweden und ihr Verlobter Daniel.

Das ZDF zeigt ab heute vier neue Folgen der Reihe „Königskinder“

Victoria und ihr Fitnesstrainer

„Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb...“ Im Volkslied endet die Liebesgeschichte von Prinz und Prinzessin tragisch – die beiden finden den Tod in den kühlen Fluten eines Sees.

Im wahren Leben geht es zwar nicht ganz so dramatisch zu, aber das ZDF findet die Schicksale junger Hoheiten immer noch spannend genug, um daraus eine ganze Reihe zu stricken. In „Die Königskinder“ geht es von heute an jeweils dienstags um 20.15 Uhr um europäische Thronfolger und ihre Auserkorenen.

Zum Glück bieten die vier Dokumentationen aber mehr als nur ehrfürchtiges Tratschfernsehen. Die unterhaltsamen Porträts junger Leute, die der Zufall zu Erben uralter Dynastien gemacht hat, erzählen auch etwas über die Gesellschaft, in der sie sich behaupten müssen. Während Blaublüter wie der britische König Edward VIII. oder Schwedens Prinz Lennart Bernadotte einst auf Titel und Thron verzichten mussten, wenn sie nicht standesgemäß heirateten, sind die Sitten heute weniger streng. Alle vier Erben, um die sich die Reihe dreht, haben jemanden aus dem Volk als Partner erwählt.

Aber gänzlich unproblematisch ist diese Art royaler Partnerwahl auch im 21. Jahrhundert nicht, wie die Auftaktfolge über Kronprinzessin Victoria von Schweden zeigt – ein Beitrag, dem vor allem die süffisanten Kommentare des Schriftstellers Alexander Graf von Schönburg den nötigen Biss geben. „Ein Fitnesstrainer hat einen gewissen Hautgout“, bringt er das Dilemma der Liebe Victorias zu ihrem aus sehr durchschnittlichen Verhältnissen stammenden Verlobten Daniel auf den Punkt.

Die als liberal geltenden Schweden freuen sich zwar wie Oskar auf eine pompöse Hochzeit, finden die Partnerwahl ihrer zukünftigen Monarchin aber doch etwas fragwürdig. „Die größten Snobs sind die Monarchisten im Volk“, heißt es in dem Beitrag, und auch ZDF -Geschichtspapst Guido Knopp macht sich so seine Gedanken über Ehen zwischen Thronfolgern und Bürgerlichen: „Das alte Märchen vom Aschenputtel, das Prinzessin wird, stärkt das Identitätsgefühl eines Volkes“, analysiert er. Doch einerseits seien Volksverbundenheit und Popularität zwar gut für die Herrscherhäuser, die Erdung raube ihnen aber auch ihre Magie.

Zum Glück kommt die Reihe insgesamt witziger daher, als Knopps Ausführungen befürchten lassen – so wird in der Auftaktfolge unter anderem ein Bauer vorgestellt, der seine Elche Victoria und Daniel getauft hat und mit diebischer Freude vom ausschweifenden Paarungsverhalten der Tiere berichtet. In den weiteren Folgen der „Königskinder“ – übrigens schon die zweite Staffel nach dem erfolgreichen Auftakt vor zwei Jahren – geht es um Prinz Charles’ Sohnemann Prinz William und seine Dauerfreundin Kate (7. Juli), um das Dänenpaar Frederik und Mary (21. Juli) und die glamourösen Spanier Felipe und Letizia (28. Juli).

Von Cornelia Wystrichowski

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